Ace of Spades

Ace of Spades Review

Review

Minecraft trifft Team Fortress 2?

Der Sandbox-Hit Minecraft erfreut sich schon seit einiger Zeit großer Beliebtheit bei Spielern weltweit. Aber abgesehen von einigen Zombies und Creepern, die bei Nacht aus ihren Löchern kommen, gibt es in diesem Spiel recht wenig Action. Was wäre aber, wenn man eine solche Klötzchen-Welt nimmt und darin einen Shooter im Stil eines Team Fortress 2 machen würde? Die Antwort darauf gibt uns das Entwicklerstudio Jagex, das mit Ace of Spades den Crossover zwischen Sandkasten-Spiel und Multiplayer-Shooter versucht.

Gleich vorneweg: Wer in Ace of Spades ähnliche kreative Freiheit wie in Minecraft erwartet, wird enttäuscht sein. Hier gibt es keinen Ressoucenabbau, keine unzähligen Rohstoffe und unterschiedliche Blöcke. Stattdessen sehen sich die Klötzchen, aus denen die Maps in Ace of Spades bestehen, allesamt recht ähnlich und haben keine unterschiedlichen Eigenschaften. Jeder Block lässt sich problemlos abbauen oder entfernen.

Doch das ist durchaus gewollt, denn die Karten von Ace of Spades sind nicht dazu bewundert zu werden; stattdessen gleicht die Landschaft schon nach wenigen Minuten dem Schlachtfeld, das es sein soll: überall Krater, weggesprengte Wände und Tunnel, die direkt durch den Berg gehen. Immerhin hat jede der insgesamt vier Klassen in Ace of Spades die Möglichkeit, sich durch die Karte zu buddeln oder die Blöcke, die im Weg stehen, wegzusprengen.


Teamplay

In Ace of Spades bekriegen sich stets zwei Teams auf 15 verschiedenen Karten. Die Matches werden dabei stets zwischen menschlichen Kontrahenten ausgetragen, schließlich ist das Spiel ein reiner Multiplayer-Titel. Wer auf Bots gehofft hat, mit denen sich Übungsgefechte inszenieren lassen, wird enttäuscht. Stattdessen könnt ihr euch mit anderen Spielern in insgesamt sieben verschiedenen Spielmodi duellieren: Zur Auswahl stehen neben dem klassischen Team-Deathmatch und dem bekannten Capture the Flag Modi wie Diamantenmine, Zerstörung, King of the Hill oder der Zombie-Modus.

Wer sich auf an dem Diamantenmine-Modus versucht, macht gemeinsam mit seinem Team Jagd auf die wertvollen Klunker. Diese sind über die gesamte Karte verteilt in der Tiefe versteckt, sodass ihr zunächst danach graben müsst. Und wenn ihr einen der Edelsteine gefunden habt, ist die nächste Herausforderung ihn sicher in die vorgegebenen Zonen zu bringen, bevor euch das gegnerische Team erwischt. Im Zombiemodus startet gagen einer der Spieler als infizierter Untoter, dessen Aufgabe es ist, alle anderen Spieler auf seine Seite zu ziehen, indem er sie erledigt. Zwar verfügen die Zombies mit ihren Klauen nur über einen Nahkampfangriff, graben sich dabei aber in Windeseile durch die Levels und gewinnen immer mehr an Zuwachs. Und wer sich für die Zerstörung entscheidet, darf mit seinem Team das gegnerische Hauptquartier in Schutt und Asche legen, während es gleichzeitig gilt, die eigene Festung gegen Angriffe zu verteidigen.


Klassenkampf

Ganz gleich, für welchen Spielmodus ihr euch entscheidet, ihr dürft stets zwischen den vier vorhandenen Klassen wählen. Zur Auswahl stehen in Ace of Spades neben dem Kommandosoldaten der Scharfschütze, der Raketenschütze und der Bergarbeiter. Jede Klasse verfügt über unterschiedliche Waffen und ist daher für bestimmte Situationen und Spielweisen geeignet. Der Allrounder ist der Kommandosoldat, der mit seiner Minigun großen Schaden unter den Feinden anrichten kann und zudem mit seinem Raketenwerfer über eine explosive Alternative verfügt. Ähnlich steht es um den Raketenschützen, der aber eine weitere praktische Besonderheit hat: Einen Jetpack, mit dem er sich für einige Sekunden in die Lüfte schwingen und so entweder Hindernisse überwinden oder aber aus gefährlichen Situationen entkommen kann.

Der Scharfschütze dagegen zieht es dagegen vor, das Geschehen eher aus der Ferne zu beobachten und mit seinem Präzisionsgewehr aus dem Hinterhalt auf Gegner zu feuern. Dieser Vorgehensweise kommt das Leveldesign zugute, schließlich bieten die Maps viel Fläche und sind weitläufig genug. Außerdem verfügt diese Charakterklasse über Minen, mit denen sich die eigene Position absichern lässt. Zu guter Letzt gibt es noch den Bergarbeiter, der zunächst etwas deplatziert wirkt. Doch diese Klasse ist brandgefährlich, gräbt sie sich doch dank ihres Bohrers besonders flink durch die Level und kann auf diese Weise Gegner aus dem Hinterhalt überraschen. Außerdem haben die Bergleute eine Schrotflinte im Gepäck, mit denen sie ihren nichts ahnenden Opfern einen auf den Pelz brennen können.


Quadratisches Landschaftsbild

Die insgesamt 15 Maps sind allesamt liebevoll und meist durchdacht gestaltet. Überall finden sich kleine Details, die zum entdecken oder schmunzeln einladen. Leider bleibt meist nicht viel Zeit die Landschaft zu betrachten; vor allem weil diese nicht lange unberührt bleibt, sondern schnell in die Luft gesprengt wird. Im Gegenzug könnt ihr euch aber selbst als Baumeister versuchen. Hie kommt der Minecraft-Aspekt zum Tragen, denn sobald ihr einige Blöcke abgebaut und eingesammelt habt, könnt ihr sie auch wieder verbauen. So lässt sich theoretisch eine eigene kleine Festung bauen, in der man sich verschanzen kann. In der Praxis sieht das aber ganz anders aus, denn aufgrund der Tatsache, dass die Blöcke keine unterschiedlichen „Härtegrade“ besitzen und somit recht schnell aus dem Weg geräumt sind, lohnt sich der Aufwand gar nicht. Da wird das eigene Versteck eher schnell zur Todesfalle. Immerhin trägt das dazu bei, dass sich die Spieler nicht alle nur eingraben und warten.

Trotzdem ist das „Campen“ auch in Ace of Spades nicht unbekanntes. Schuld daran ist das Kartendesign, das nicht nur positives zu bieten hat: Aufgrund der zum Teil riesigen Karten mit hoher Sichtweite ist es verlockend, sich einfach mit einem Scharfschützengewehr irgendwo zu postieren und die Feinde einen nach dem anderen auszuknipsen. Dadurch sind Scharfschützen im Moment noch etwas übermächtig und können schnell für Frust sorgen. Außerdem sorgen die großen Karten mitunter auch für ziemlich lange Laufwege. Zwar haben die Entwickler die Laufgeschwindigkeit im Gegensatz zur Beta-Version erhöht. Trotzdem kann es vorkommen, dass man ab und an eine gefühlte Ewigkeit nach Gegnern sucht oder dem Kampfgeschehen hinterherrennt.


Back to the roots?

Nachdem sich viele Spieler darüber beschwert hatten, dass die Release-Version von Ace of Spades so viele Änderungen gegenüber der Beta aufwies und das Spielerlebnis ein völlig anderes sei, haben die Entwickler einen sogenannten Klassik-Modus hinzugefügt. Dieser ändert einige Parameter wie zum Beispiel sie Laufgeschwindigkeit; außerdem fallen hier die verschiedenen Klassen weg, sodass Festungen nicht im Handumdrehen von einer Gruppe Bergarbeiter auseinandergenommen werden kann.

Ace of Spades versucht zwar, die Sandkasten-Idee in einen teambasierenden Shooter zu integrieren; das gelingt aber nur bedingt. Zwar ist die zerstörbare Umgebung ein toller Spielaspekt, allerdings lassen sich Blöcke zu leicht zerstören, um den Aufwand eines Festungsbaus zu rechtfertigen. Für eine schnelle Partie in der Mittagspause lohnt sich Ace of Spades aber auf jeden Fall; zumal der Shooter schon für kleines Geld zu haben ist und damit auf Inapp-Purchases verzichten kann. Wer also Klötzchen-Grafik mag und eine breite Auswahl an Spielmodi möchte, sollte Ace of Spades auf jedenfall eine Chance geben.



Über den Autor
Viktor | Editor/Redakteur

Viktor ist ein großer Fan von Glegenheitsspielen im Browser. Außerdem ist er äußerst aktiv in Sachen Social Games.


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