Aion

Aion Review

Review

Ein neues Ich

Seit seinem Erscheinen hat das MMORPG Aion vom koreanischen Entwickler NCsoft nicht nur diverse Awards einheimsen können, sondern auch eine treue Community um sich geschart und das aus gutem Grund. Nicht zuletzt optisch macht es eine Menge her und auch inhaltlich könnt ihr euch auf einiges gefasst machen.

Zu Beginn habt ihr die Wahl zwischen vier verschiedenen Charakterklassen, die sich später noch in jeweils zwei weitere Unterklassen teilen. Neben der Wahl eurer Klasse steht aber natürlich noch eine nicht minder wichtige Entscheidung an: wie wollt ihr aussehen?

Die Charaktererstellung lässt euch beim Design eures virtuellen Ebenbildes enorme Freiheiten und darum verbringen nicht wenige Spieler ihre ersten Aion Stunden allein mit der Suche nach der perfekten Optik. Ob ihr nun einen knuddeligen Jäger mit dickem Bauch und Rauschebart kreieren wollt oder doch lieber als der coole, junge Krieger aus gutem Hause durchs Land von Aion ziehen wollt, der Editor gibt euch alle Möglichkeiten dazu. Von der Kopfbehaarung bis zur Größe eurer Füße bleibt hier wirklich alles euch überlassen.


Auf welcher Seite steht ihr?

Während das Design eures Avatars lediglich von ästhetischer Bedeutung ist, sind die Wahl eurer Rasse und einer Klasse von deutlich größerer Tragweite. Die bestimmen nämlich, wo und wie ihr fortan eure Zeit in Aion verbringen werdet.

Mit der Wahl eurer Rasse entscheidet ihr euch für das Volk der Asmodier oder der Elyos. Diese beiden Rassen bildeten vor langer Zeit ein gemeinsames Volk, doch in einem furchtbaren Krieg wurde der sogenannte Turm des Lebens, welcher einst die Quelle allen Lebens war und den Planeten durchzog, zerstört. Der Planet Atreia zerbrach daraufhin in zwei Hälften, die nur noch von den Trümmern des Turms zusammengehalten wurden. Während auf den Außenseiten der Hälften jegliches Leben erlosch, entstand auf der Innenseite der Hälften neuer Lebensraum.

Tragischer Weise hatten jedoch die Bewohner der nördlichen Hemisphäre weit weniger Glück mit der neuen Heimat. Die Südhälfte war nah genug an einer Sonne, die von da an die Aufgabe des Turms des Lebens übernehmen konnte. Doch die Nordhälfte war zu weit weg und somit blieb den Bewohnern nur noch die spärliche Kraft aus den Ruinen des Turms. Dementsprechend bildeten sich im Süden lebendige, fruchtbare und fast schon paradiesische Ländereien, während die Welt im Norden von Kälte, kargen Landschaften und dem Kampf ums Überleben geprägt ist.

Mit den Überresten des Turms, auch Abyss genannt, als einzige Verbindung zwischen diesen Welten entstand nun mehr und mehr eine Atmosphäre der Missgunst und des Hasses zwischen den Rassen. Die Elyos, die ihr Glück auf der Südhälfte fanden, betrachteten sich inzwischen als gesegnetes, von den Göttern auserwähltes Volk und sahen die Asmodier, die mit dem harten Leben im Norden gestraft waren als von Gott verfluchte Wesen an. Seitdem treffen die verfeindeten Völker immer wieder an der Grenze, inmitten des Abyss aufeinander und versuchen, die Kontrolle über das Zentrum der Welt zu erlangen.


Welche Klasse passt zu euch?

Sobald ihr euch einer der beiden Fraktionen angeschlossen habt, gilt es nur noch die passende Klasse für euch zu finden. Zunächst dürft ihr zwar nur zwischen vier Hauptklassen wählen, aber ab Stufe 9 kommen noch je zwei Spezialisierungen hinzu, von denen ihr euch dann eine aussuchen müsst.

Eine Klasse darf natürlich in keinem Rollenspiel fehlen und das ist der Krieger. Er ist der Grundstein jeder guten Armee, unverwüstlich und auch für Neueinsteiger immer eine gute Wahl. Als Krieger zeichnet ihr euch vor allem durch euren robusten Körper und die unbändige Kraft im Nahkampf aus. Wenn ihr eure Erfüllung im direkten Kampf von Angesicht zu Angesicht seht und mit mächtigen Schwertern im Zentrum jeder Schlacht stehen wollt, dann ist der Krieger eure erste Wahl.

Eure Aufgabe als Krieger ist es in erster Linie Schaden auf euch zu ziehen und den Gegner im gleichen Maße mit roher Gewalt in Bedrängnis zu bringen. Der Verteidigung eines Kriegers dienen dabei schwere Rüstungen und dicke Schilde, die sie widerstandsfähiger als alle anderen machen. Um möglichst viel Schaden zu verursachen setzt der Krieger auf klassische Waffen wie Schwerter oder todbringende Streitkolben und steht an vorderster Front. Doch der Krieger kann mehr als nur nach vorn zu preschen. Wählt ihr beispielsweise später den Pfad des Templers, dann schützt ihr nicht mehr nur euch selbst, sondern auch eure Kameraden indem ihr Gesänge und Beschwörungen einsetzt.

Auch der Späher ist im direkten Kampf erprobt, doch er verfügt nicht über die körperliche Stärke eines Kriegers und setzt daher auf Schnelligkeit und List. Ausgestattet mit leichten Rüstungen und eher handlichen Waffen wie Dolchen oder kleineren Schwertern verzichtet er auf alles, was seinen wendigen Kampfstil stören könnte. Er versucht seine Widersacher aus dem Hinterhalt und möglichst schnell zu erledigen

Ein erfahrener Späher kann zum Assassinen aufsteigen und sich dann heimtückischer Fähigkeiten bemächtigen. Auf diese Weise wird er zum Meister der Tarnung und fällt seinen nichtsahnenden Opfern bevorzugt mit beidhändiger Bewaffnung in den Rücken. Weitaus weniger verschlagen ist da die alternative Spezialisierung zum Jäger. Der kompensiert seine fehlende Kraft indem er immer genügend Abstand zu seinen Feinden hält. Dazu setzt er auf die klassische Waffe eines Jägers: den Bogen. Dieser mag nicht die schnellste Waffe sein, doch er erlaubt es ihm, stets in sicherer Entfernung zu bleiben und schon mit wenigen Treffern schwere Verletzungen zu verursachen.

Vom Einsatz roher Gewalt halten die Magier hingegen nicht viel und studieren stattdessen lieber die Künste der Magie. Ihr schwächliches Äußeres und die unscheinbare Ausrüstung lassen kaum erahnen welche zerstörerischen Kräfte in ihnen brodeln. Unter ihnen gibt es mächtige Beschwörer, die unheimliche Elementargeister kontrollieren und sie auf alles hetzen, was ihnen im Weg steht. Oder aber sie sind erfahrene Zauberer, die sich alle Elemente untertan machen und tödliche Feuerbälle schleudern oder ihre Widersacher in ewigem Eis erfrieren lassen.

Als wertvolle Ergänzung jeder Gruppe ist ein Priester stets eine gute Wahl. Mehr als jede andere Klasse stellt er sich in den Dienst der Gruppe und hilft, wo er nur kann. Alle seine Fertigkeiten zielen darauf ab die Gruppe als Ganzes noch stärker zu machen. Natürlich kann er auch leichte Rüstungen tragen und zur Not auch in den Nahkampf gehen, doch seine waren Talente kommen erst so richtig zum Tragen, wenn er an der Seite seiner Kameraden steht.

Der Priester kann zum Kleriker aufsteigen und so seine Fähigkeiten als zäher Widersacher im Kampf weiter ausbauen und zugleich seine Kameraden mit nützlichen Zaubern unterstützen. Als Kantor setzt der Priester noch stärker auf die Rolle als Unterstützer. Das macht ihn zwar noch anfälliger für Angriffe, doch die Gruppe wird durch seine verfeinerten Fähigkeiten noch stärker.


Erhebt euch in die Lüfte

Wenn ihr endlich eure Bestimmung in Rasse und Klasse gefunden habt, wird es Zeit die riesige Welt zu erkunden und die verschiedensten Abenteuer zu erleben. Zu Beginn streift ihr lediglich durch die Hemisphäre eurer jeweiligen Rasse. Dort warten natürlich zahllose Aufgaben auf euch und ihr könnt in aller Ruhe gegen allerlei Monster kämpfen, um euch Stück für Stück im Rang zu verbessern und eure Fertigkeiten zu stärken. Ab Stufe 9 habt ihr sogar die Möglichkeit euch in einer speziellen Mission Flügel zu verdienen. Ausgestattet mit den mächtigen Schwingen könnt ihr fortan für kurze Zeit in die Lüfte aufsteigen und wie ein Vogel umherfliegen.

Der Player-versus-Environment (PvE) Kampf wird jedoch nicht nur gegen gewöhnliche Monster gefochten, sondern noch eine dritte Fraktion macht euch das Leben schwer. Die Drachen-artigen Balaur sind die dritte Macht in der Welt von Aion. Sie sind den Fraktionen der Spieler nicht unähnlich, werden jedoch komplett von einer eigenen KI gesteuert und darum müsst ihr stets auf der Hut sein. Die Balaur streben ebenso nach der Macht, wie die Elyos und die Asmodier und auf gewisse Weise halten sie die Balance zwischen den beiden Spieler-Fraktionen im Gleichgewicht. Keiner kann genau sagen, was sie im Schilde führen, doch es gibt Situationen, in denen ihr mit ihnen Seite an Seite gegen das andere Volk kämpft und genauso kann es passieren, dass sie sich gegen euch wenden.

Wenn ihr reif genug seid, dann könnt ihr euch mit den stärksten Spielern zusammenschließen und in den Abyss gehen. Im Zentrum der Welt stehen mächtige Festungen der Balaur, deren Kontrolle euch wertvolle Vorteile einbringt. Um eine Festung einzunehmen formt ihr zunächst mit anderen Spielern eine Legion und stürmt dann die Festungen. Diese sind natürlich mit ausgeklügelten Apparaturen geschützt, doch die Mühe lohnt sich, denn die Festungen bringen den Fraktionen Reichtum und strategische Vorteile gegenüber dem Feind.


Design und Technik

Die koreanische Herkunft Aions erkennt man auf den ersten Blick. Die Spielwelt und insbesondere ihre Charaktere sind allesamt sehr asiatisch geprägt, was Fans japanischer Rollenspiele wie z.B. Final Fantasy oder fleißige Anime-Gucker sehr freuen dürfte. Doch mit den vielseitigen Möglichkeiten zur Charaktererstellung und Anpassung dürften auch alle zufrieden sein, die sich sonst nicht unbedingt zu den typischen JRPG-Fans zählen.

NCsoft hat bei der Entwicklung von Aion auf eine imposante Technik Wert gelegt und darum kommt für die grafische Darstellung dieser fantastischen Welten die leistungsstarke CryEngine zum Einsatz. Das machte Aion zu seinem Erscheinen 2009 zu einem grafisch umwerfenden MMORPG und sorgt dafür, dass es sich auch heute noch sehen lassen kann.

Mit Assault on Balaurea und The Promised Lands sind mittlerweile zwei umfangreiche Erweiterungen erschienen und NCsoft ist ständig darum bemüht, die Spieler mit neuen Inhalten zu versorgen. Erst kürzlich veröffentlichte man Version 3.5 und seit Februar diesen Jahres setzt man auf ein Free to Play Modell. Die Tore nach Aion stehen euch somit offen. Worauf wartet ihr also noch?



Über den Autor
Roberto | Redakteur

Roberto begann seine Videospiel-Karriere mit dem SEGA Mega Drive und seit seinem ersten Kontakt mit Sonic und Co. sind Videospiele ein fester Bestandteil seines Lebens. Er hat eine besondere Schwäche für die Indie-Szene und experimentelle Spiele, die sich nicht den üblichen Genre-Konventionen unterwerfen.


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