Anno Online

Anno Online Review

Review

Eine Insel mit zwei Bergen...

Fans der bekannten Anno-Reihe dürfen sich jetzt endlich auch auf einen Browserspiel-Ableger freuen: in Anno Online leitet ihr die Besiedlung einer Insel und macht aus einem kleinen Fischerdorf eine florierende Handelsmetropole.

Alles beginnt an der Küste, wo ihr ein Kontor vorfindet, der fortan euer Lager sein wird. Viel mehr Gebäude besitzt ihr aber zu Beginn noch nicht, sodass ihr alsbald mit dem Aufbau beginnen solltet. Grundlage für nahezu alle Bauten ist in Anno Online der Rohstoff Holz. Folgerichtig ist der Holzfäller unentbehrlich. Abhängig davon, wo auf der Karte ihr seine Hütte platziert, arbeitet er unterschiedlich effektiv, denn viele Bäume in der unmittelbaren Umgebung erleichtern das Fällen der selbigen. Wie gut eure Ausbeute ist, erfahrt ihr durch eine Prozentzahl, die vor dem Platzieren erscheint.

Da der Holzfäller aber auch ein Zuhause braucht und es ansonsten auf der Insel ziemlich trostlos wäre, sollten eure nächsten Bauvorhaben die ersten Bauernhütten sein. Sind diese errichtet, ziehen auch sogleich die Bewohner ein, die fortan die Bevölkerung eurer Insel stellen. Im späteren Spielverlauf können diese Bauern höhere Zivilisationsstufen erreichen und zu Bürgern, Patriziern oder gar Adligen werden.


Grundbedürfnisse

Doch zunächst gilt es, die grundlegenden Bedürfnisse der Einwohner zu stillen, denn diese verlangen nach Fisch als Grundnahrungsmittel. Also flux eine Fischerhütte gebaut, die dann die hungrigen Mäuler mit Essen versorgt. Auf diesem Mechanismus fußt das gesamte Spiel: Eure Bürger haben Bedürfnisse, die ihr durch die Errichtung von immer neuen und komplexeren Produktionsketten befriedigt.

Im Gegenzug erhaltet ihr dafür Steuereinnahmen und mit zunehmender Größe der Siedlung auch Zugriff auf neue Gebäude und Produktionsketten. Reichen anfangs noch Fische aus, um die Mägen der Bauern zu füllen, müsst ihr spätestens mit dem Einzug der ersten Bürger für mehr Abwechslung auf dem Speiseplan sorgen: Neben dem Fisch gelüstet es den Bewohnern nämlich auch nach Brot; also müssen eine Weizenfarm, eine Mühle und ein Bäcker her. Außerdem reicht nun die Ziegenmilch nicht mehr als Getränk, denn nun soll es zusätzlich auch leckerer Apfelmost sein. Dafür braucht ihr dann einen Apfelgarten und eine Apfelpresse.

All das kostet euch jede Menge Unterhalt, den ihr durch Steuereinnahmen wieder ausgleichen müsst, sonst steht ihr bald ohne Geld da und könnt keine neuen Gebäude errichten. Denn der Bau kostet nicht nur Rohstoffe wie Holz und Stein, sondern auch Gold. Sollte euch das Geld aber trotz allem nicht reichen, müsst ihr auf den Handel ausweichen, denn dieser spielt auch in Anno Online wieder eine entscheidende Rolle. So könnt ihr nicht nur überschüssige Waren verkaufen und damit bares Geld einnehmen, sondern vor allem auch all die Güter einkaufen, die ihr selbst nicht herstellen könnt. Denn auch im Onlineableger seid ihr in Sachen Anbau von der Fruchtbarkeit eurer Insel abhängig. Nicht jede Pflanzensorte wächst auf jeder Insel, sodass ihr niemals alle Bedürfnisse von alleine befriedigen könnt.


Expansion

Damit euch nicht bereits nach kurzer Zeit der Bauplatz ausgeht, solltet ihr auch den Rest eurer Insel erkunden; zu Beginn seht ihr nämlich nur einen kleinen Teil, der sich in der direkten Nachbarschaft um das Kontor befindet. Der Rest ist in einen dicken Nebel getaucht, sodass ihr die einzelnen Abschnitte nach und nach erforschen müsst. Das kostet euch nicht nur eine gewisse Zeit, sondern vor allem auch Geld und Waren, schließlich muss das Expeditionsteam auch ausgestattet werden. Auf diese Weise bekommt ihr nicht nur mehr Baugrund, sondern vor allem auch Zugriff auf wertvolle Rohstoffquellen wie Steinbrüche oder Kohlevorkommen, die ihr im späteren Spielverlauf dringend benötigen werdet.

Wer einen Blick in das Baumenü wirft, wird bald schon feststellen, dass nicht alle Optionen von Anfang an verfügbar sind. Stattdessen müsst ihr zunächst bestimmte Meilensteine erreichen, bevor ihr beispielsweise eine Schiffswerft oder eine Schatzkammer errichten dürft. Alleine schon deshalb solltet ihr euch darum kümmern, dass es euren Einwohnern gut geht und sie bald schon zur nächsten Zivilisationsstufe aufsteigen können. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, müsst ihr nur noch genug Ressourcen beisammenhaben und könnt das Gebäude dann durch einen Klick aufwerten. Aber selbst wenn ihr noch so viele Waren bereitstellt und Bedürfnisse erfüllt, ihr werdet niemals alle Gebäude aufwerten können; denn in Anno Online ist die Zahl der Aufstiegsrechte begrenzt. Das heißt, dass nur ein bestimmter Teil aller Bauern überhaupt zu Bürgern werden kann. Sind alle Rechte vergeben, lassen sich keine weiteren Gebäude aufwerten, solange ihr nicht mehr Bauernhäuser errichtet habt. Dadurch ergibt sich nicht nur ein schön gemischtes Stadtbild, sondern vor allem ein hoher Bedarf an Bauplatz für Häuser. Wer die 1500 benötigten Bürger für eine Schiffswerft zusammenbekommen möchte, muss in seiner Siedlung weit mehr als 2500 Einwohner beherbergen.


Hübsch anzuschauen

Wer sich aufmacht, um eine eigene Insel zu besiedeln, wird in Anno Online mit einer wunderschönen und detaillierten Grafik belohnt, die sich auch vor Plattformtiteln nicht zu verstecken braucht. Überall erkennt man, dass die Siedlung wirklich lebt, wenn die Einwohner durch die Straßen schlendern, eilige Karren durch die Straßen flitzen, um neue Waren abzuholen, und Handwerker ihrer Arbeit nachgehen. Außerdem lebt auch die Insel selbst, denn in den Wäldern versteckt sich Wild, dass immer wieder zwischen den einzelnen Bäumen zum Vorschein kommt und über Wiesen wandert. Selbst auf dem Meer kann man die Wellen erkennen, während unter der Oberfläche Fischschwärme kreisen und so gute Angelpositionen verraten.

Wer dagegen lieber etwas Übersicht möchte, kann sich auch eine andere Zoomstufe aussuchen. Einen großen Monitor vorausgesetzt könnt ihr dann gar eure ganze Insel überblicken und euch so besser orientieren. All das geht flüssig und einfach von der Hand, sodass es auch jede Menge Spaß macht, seiner Siedlung einfach nur ein wenig zuzuschauen.


Itembau

Die vielen Waren, die ihr im Laufe des Spiels produziert und in euren Warenhäusern einlagert, sind aber nicht nur für den Verbrauch durch eure Bürger gedacht. Stattdessen könnt ihr auch jede Menge andere nützliche Sachen damit anstellen. Beispielsweise erhaltet ihr immer wieder Aufträge von Questgebern, die euch um die Bereitstellung von waren oder anderen Aktionen bitten. Kommt ihr diesen Bitten nach, erhaltet ihr als Belohnung Gold, Gegenstände und Erfahrungspunkte. Außerdem könnt ihr eure Güter auch in ganz besonders nützliche Items umwandeln lassen, sobald ihr ein Proviantlager errichtet. Hier lassen sich zum Beispiel Gegenstände erstellen, die die Produktivität einzelner Gebäude für einige Zeit steigern; sehr nützlich, wenn ihr einmal einen Engpass überwinden oder schnell neue Waren für den Handel produzieren wollt.

Anno Online sieht also nicht nur so aus wie ein echtes Anno, sondern fühlt sich auch genau an, vor allem in Sachen Produktionsketten und Siedlungsbau. Trotzdem gibt es natürlich einige Unterschiede, die der Umsetzung im Browser geschuldet sind. Wer sich davon aber nicht abschrecken lässt, bekommt eine tolle Aufbausimulation in bekannt charmantem Setting. Also nichts wie die Segel setzen.



Über den Autor
Matthias | Editor/Redakteur

Matthias kennt sich aus in Sachen Browsergames. Sein fundiertes Fachwissen über jede Menge Action und spannende Abenteuer im Browser gibt er auf Corsual zum Besten!


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