Dark Orbit

Dark Orbit Review

Review

Die Firma dankt

Das MMO-Browserspiel DARK Orbit katapultiert seine Spieler hinter die letzte Grenze der menschlichen Zivilisation: das Reisen zwischen den Sternen. In ferner Zukunft kontrollieren drei große Firmen die in der Milchstraße verstreuten Reste der Menschheit. Menschen können nur noch in aufwendigen künstlichen Biosphären überleben und der kostspielige Erhalt der eigenen Kolonie zwingt die Machthaber von Erde, Mars und Venus in den offenen Kampf um extraplanetare Ressourcen. Ein Krieg um die Kontrolle des Kosmos entbrennt und interstellare Piloten in ihren hochgerüsteten Raumschiffen werden zur schlagkräftigsten Waffe im Kampf um rohstoffreiche Sektoren des Alls. 
 
Unter dem Banner der Mars Mining Operations (MMO), der Earth Industries Corporation (EIC) oder der Venus Resources Unlimited (VRU) steuert der Spieler eines der unzähligen Raumschiffe von DARK Orbit, um für seine Firma Schlachten zu schlagen, Raumgebiete zu verteidigen und wertvolle Ressourcen zu sammeln - eine überlebenswichtige Mission, denn der Ausbau des eigenen Spaceships, der Flotte und damit der Macht über das Weltall hängen davon ab. 
Die Wahl der Fraktion beeinflusst die Ausgangsbedingungen in Dark Orbit maßgeblich. Die Firma stellt dem Spieler das erste Schiff zur Verfügung und honoriert Abschüsse und andere Errungenschaften mit Ehre und Rangpunkten. Sie stellt ihren Rekruten frei wählbare Quests, die oft das Bekämpfen der Konkurrenzfirmen, d.h. realer Spieler, oder das Ausmerzen neutraler (NPC-)Bedrohungen fordern. Sie eröffnet zudem Karrierechancen bis hin zur ultimativen Beförderung auf den Posten des Generals, der pro Fraktion nur einmal besetzt wird. Bereut man seinen Treueschwur, darf man sich auch später im Spiel noch das Überlaufen zu einer der anderen Firmen überlegen, muss dann aber eine Halbierung seiner Ehre hinnehmen. Sie erhöht sich durch Abschüsse und bestimmt die Verkaufspreise von Rohstoffen sowie die Schadenshöhe der eigenen Waffen.

Gemeinsam statt einsam

In DARK Orbit wird man nicht als einsamer Wolf durch die Weiten des Weltraums streifen, denn jede Ecke des bekannten Universums ist bevölkert oder sogar Kriegsschauplatz. Neben den Rekruten der drei Spiel-Fraktionen sind die Systeme voll bepackt mit Weltraumpiraten, Alienschiffen oder selbst mysteriösen Lebewesen, für die 'Raumschiff' auf dem Speiseplan weit oben steht. 
 
Angesichts solcher Gefahren erscheint auch einsamen Wölfen die Sicherheit der Gruppe wieder reizvoll. Wer will, findet sich in temporären Allianzen ein, um den Gefahren als Geschwader zu trotzen und gemeinsam Streifzüge oder Quests zu unternehmen. Wenn man sich - etwas über die verschiedenen Ingame-Chats - gut versteht, lädt ein Clan-Feature zu langfristiger Kooperation ein. Spielanfänger können in den Foren von DARK Orbit mit der Hilfsbereitschaft einer traditionsreichen Community rechnen. Die Zahl seiner Spieler ist also eine definitive Stärke des Sci-Fi-Browserspiels. An den Raumstationen und den wichtigen Sprungtoren drängen sich die Schiffe schon mal so eng Hülle an Hülle, dass es einem in der ach so kalten Leere des Alls ganz warm wird. 

So weit die Düsen tragen

Das eigene High-Tech-Kleinod manövriert der Spieler per Maus, mit einem Links-Klick oder gedrückter Maustaste gibt er die Richtung vor, in die sich das Schiff umgehend aufmacht. Es bleibt dabei immer im Zentrum der isometrischen Perspektive, andere Objekte erscheinen am Bildrand. So bereist man dieselbe Galaxie wie unzählige Mitspieler, die sich mit Schiffen aller Klassen und Größenordnung in den kosmischen Krieg einschalten. Mithilfe der Minimap finden sie sich im System zurecht, hier sind zentrale Bauten wie Raumstationen oder die Jump-Gates, die verschiedene Sternensysteme verbinden, leicht auszumachen. Nach einem Klick direkt auf die Minimap übernimmt der Autopilot das Steuer, sodass selbst ein Flug quer durch den ganzen Sektor nicht mehr Zeit beansprucht, als der verbaute Schiffsantrieb für die Strecke benötigt. 
 
Bei ständigem Laserfeuer, tosenden Antriebsdüsen und heftigen Explosionen bestimmt die absolute Stille des Alls nur selten die Soundkulisse. Dennoch bleibt auch Zeit für ruhige Momente, ein Erkundungsflug kann Erstaunliches auf den Bildschirm zaubern: eine farbenprächtige Nebelformation, ein bedrohlicher Schwarm Asteroiden oder der sterbende Planet, in dessen Orbit sich eine gewaltige Raumstation erhebt; Elemente wie diese verleihen den weitläufigen Sternenkarten Abwechslung. Gepaart mit dem detailreichen Design der Schiffe und der sphärischen Musik überzeugt das Game mit seiner futuristischen Sci-Fi-Atmosphäre.

Basteln hat Zukunft

Da Fliegen und Gefechte im Vordergrund stehen, ist das aufgeräumte grafische Erkundungsfenster zentral für DARK Orbits flüssiges, actionorientiertes Spielgefühl. DARK Orbit wird aber parallel in zwei Fenstern gespielt, das zweite Menüfenster vereinfacht einem dank guter Übersichtlichkeit die Konfiguration und Auswahl des Schiffs, beherbergt aber auch Handel und Forschungsfunktionen. Die in den Gefechten angesammelten Credits kann man hier in neue Technik investieren und sich so für weitere Schlacht rüsten. Action und Wirtschaft sind dabei clever verknüpft: Nur wenn man sein Schiff in den Hangar einer angriffsfreien Raumstation manövriert hat, kann man im Parallel-Menü Reparaturen und Umbauten am Schiff vornehmen oder gleich im Cockpit einer neuen Maschine Platz nehmen. Zu Beginn steuern Anwärter noch kleinere Schiffe, im Laufe des Spiels kann man aber, wenn man es denn so will, auch schweres Gerät wie den wuchtigen Battle-Cruiser in die Schlacht lenken, der Feuer mit mehr Feuer bekämpft. Erfahrung und Erfolg jedes Spielers lassen sich so oft schon an der Ausstattung seines Schiffs ablesen. Level eröffnen in Dark Orbit zwar neue Raumsektoren, aber weitere Spielelemente erschließen sich in erster Linie durch die erreichte Ausbaustufe des eigenen Raumschiffs in Sachen Schilde, Antrieb und Waffensysteme. So motiviert der Sci-Fi-Shooter dauerhaft zum Basteln und Beute machen.


Sci-Fi-Action ohne Durststrecken

Auch die Gefechte sind direkt eingebunden und actionreich in Szene gesetzt. Raumschiffe umkreisen sich oder jagen ihr Ziel in Echtzeit, mit einem Klick konzentriert der Spieler sein Primärfeuer auf den Gegner, mit weiteren Klicks werden zusätzliche Waffensysteme wie Raketen oder Minen ausgelöst. Energiebalken für Hülle und Schild zeigen den Zustand jedes Schiffes an, die Schadenshöhe von Treffern wird über dem Ziel eingeblendet. Später begleiten konfigurierbare Drohnen das Raumschiff und unterstützen euch im Kampf, bei Reparaturen und dem Bergen von Weltraumschrott. Abgeschossene Feinde hinterlassen häufig verwertbare Beute, die sich ebenso wie natürliche Erze per Klick ins Schiff verfrachten lassen. Sind die Laderäume voll, macht man seine an einer der Raumstationen zu Geld - und investiert die verdienten Credits in bessere Ausstattung. Hier macht sich das flüssige Gameplay des MMO-Browsergames bemerkbar: weder an den Stationen noch beim Flug gibt es Wartezeiten zu überbrücken, alle Transaktionen und Konfigurationen am Raumschiff erfolgen sofort.
 
DARK Orbit präsentiert sich als pausenlose Echtzeit-Action, die Taktik und Reaktionsvermögen, aber auch vorausschauendes Managen des eigenen Weltraum-Fighters verlangen. Denn selbst ein waffenstarrendes High-End-Schlachtschiff wird verwundbar, wenn man bei der letzten Überholung das rechtzeitige Aufstocken der Munitionsbestände vergessen hat. 

Dark Orbit
Pro
Viele aktive Space-Piloten im Spiel
Mitreißende 3D-Optik
Abwechslungsreiche Aufgaben
Regelmäßige Events
Viele Upgrade-Möglichkeiten für Raumschiffe
Contra
Nicht gut für überzeugte Einzelkämpfer geeignet
Vorteile im Kampf sind käuflich zu erwerben
4 / 5

Über den Autor
Sebastian Wölk | CEO / Founder

Bossti ist Gründer und CEO von Corsual. Durch seine langjährige Aktivität in der Gaming-Branche vorallem im MMORPG- und Strategy-Bereich ( World of Wacraft, Final Fantasy, Starcraft, Diablo usw) ist er grade für diese eher CORE Abschnitte auf Corsual zuständig und schreibt gelegentlich Guides, Tipps und Tricks zu angesagten Spielen. Desweiteren ist er öfters auf seinem Livestream Respawned zu finden (www.twitch.tv/corsual)


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