Don't Starve

Don't Starve Review

Review

The Hunger Games

In Don't Starve ist der Name Programm, denn das Spielziel ist ebenso einfach wie schwer zu erreichen: Ihr müsst überleben! Dabei verzichtet das Spiel weitestgehend auf eine Story; aus irgendeinem Grund erwacht ihr mit eurem Charakter mitten in der Wildnis und müsst nun sehen, wo ihr bleibt. Warum und wieso erklärt euch Don't Starve nicht; aber dieses Game spielt man auch nicht wegen seiner Geschichte.

Insgesamt könnt ihr im Spiel zwischen neun verschiedenen Charakteren wählen, die alle ganz eigene Fähigkeiten haben: Wilson (The Gentleman Scientist), Willow (The Firestarter), Wolfgang (The Strongman), Wendy (The Bereaved), WX-78 (The Soulless Automaton), Wickerbottom (The Librerian), Woodie (The Lumberjack), Wes (The Silent), Maxwell (The Puppet Master). Zu diesen Fähigkeiten gehört zum Beispiel, dass Willow immun gegen Feuer ist, was mitunter sehr praktisch sein kann. Wolfgang verfügt dafür über einen besonders großen Magen und ist aufgrund seiner Größe und Stärke mit mehr Lebensenergie ausgestattet. Und Wendy bekommt in der Nacht mitunter Besuch von ihrer Schwestern Abigal.

Doch wenn ihr Don't Starve zum ersten Mal startet, steht euch nur Wilson zur Auswahl. Alle anderen Charaktere müsst ihr zunächst einmal freischalten, was durch Erfahrungspunkte geschieht. Diese erhaltet ihr, sobald eine Partie beendet ist; in der Regel also, wenn euer Charakter stirbt. Abhängig davon, was ihr alles erreicht habt, bekommt ihr dann eine bestimmte Menge Punkte, mit denen sich nach und nach die Charaktere freischalten.


Open World

Aber zurück zum Spiel selbst: Ist euer Charakter erwacht, habt ihr völlige Handlungsfreiheit. Ihr könnt die Gegend erkunden, Rohstoffe und Gegenstände sammeln oder einfach nur herumstehen. Das überlässt das Spiel vollkommen euch. Allerdings solltet ihr stets ein Auge auf die euch zur Verfügung stehenden Anzeigen werfen, die euch über den Zustand eures Charakters Auskunft geben. Dazu gehört zum einen ein kleiner Magen, der euch verrät, wie es um den Hunger bestellt ist. Je weiter die Anzeige sinkt, desto schneller lauft ihr Gefahr, zu verhungern. Das lässt sich einfach verhindern, indem ihr euch etwas zu Essen sucht. Wenn das nur so einfach wäre.... Neben der Hunger-Anzeige gibt es auch einen Indikator für die Lebensenergie. Diese fällt, wenn ihr beispielsweise von Tieren angegriffen werdet oder am Verhungern seid. Und dann ist da noch die Anzeige, die euren Geisteszustand widerspiegelt. Wer seinen Charakter nicht schlafen lässt, wird langsam aber sicher wahnsinnig, was dazu führt, dass er nicht nur Halluzinationen hat, sondern auch mit der Zeit von diesen angegriffen und zum Schluss gar getötet werden kann.

Damit ihr nicht sofort verhungert und um dem Titel des Spiels gerecht zu werden, müsst ihr euch möglichst bald darum kümmern, etwas Essbares zu finden. In der Spielwelt, die in jeder Partie zufällig generiert wird, findet ihr beispielsweise Sträucher mit Beeren, Karotten oder gar kleine Tiere, die ihr Jagen könnt. Das einzige Problem: habt ihr beispielsweise die Beeren von einem Strauch gepflügt, bleibt dieser für längere Zeit kahl. Das treibt euch in Don't Starve immer weiter durch die Welt und auf die Suche nach neuen Nahrungsquellen.


Werkzeuge müssen her

Auf Dauer werdet ihr aber mit ein paar Beeren nicht überleben, schließlich verfügt das Spiel über einen Tag-Nacht-Wechsel und in der Dunkelheit lauern viele Gefahren, die schnell zu einem vorzeitigen Tod führen können. Dagegen hilft nur ein gemütliches Lagerfeuer; also heißt es möglichst bald Holz sammeln. Dazu benötigt ihr aber wiederum eine Axt, die ihr aus Feuersteinen und Stöcken bauen könnt. Das verdeutlicht auch das Crafting-Prinzip von Don't Starve: Durch das Sammeln bestimmter Rohstoffe könnt ihr Werkzeuge und andere Items bauen, mit denen ihr wiederum andere Objekte in der Welt bearbeiten könnt. Habt ihr euch beispielsweise eine Schaufel gebastelt, könnt ihr Bäume, Sträucher und Grasbüschel ausgraben und damit verpflanzen. Sehr praktisch um eine eigene Farm zu errichten.

Doch nicht alle Items könnt ihr sofort basteln. Neben den Rohstoffen benötigt ihr in vielen Fällen auch bestimmte Gerätschaften wie die „Science Machine“ oder die „Alchemy Engine“. Erst wenn ihr diese errichtet habt und euch in ihrer unmittelbaren Nähe befindet, könnt ihr Waffen, Rüstungen und Baumaterial produzieren. So erweitert das Craftingsystem geschickt eure Möglichkeiten und zwingt euch immer mehr Material zu sammeln, um noch bessere Ausrüstungsgegenstände herzustellen.


Home, Sweet Home!

Habt ihr einen guten Platz gefunden und euer Basislager aufgeschlagen, so könnt ihr euch ausgefeilteren Methoden widmen, das eigene Überleben zu sichern. Dazu gehört, dass ihr nicht nur jede Menge Büsche verpflanzt und Fallen aufstellt, sondern auch damit beginnt, Farmen zu errichten. Diese erlauben es euch verschiedene Früchte zu züchten und stellen eine gute Möglichkeit dar, den Nahrungsvorrat zu vergrößern. Zudem solltet ihr stets darauf achten, nicht unbedacht große Mengen an Beeren oder Karotten zu ernten, denn mit der Zeit werden solche Items in eurem Inventar schlecht. Damit sind sie nicht nur ungenießbar, sondern schaden euch sogar, solltet ihr sie trotzdem essen.

Als wäre es nicht schon Arbeit genug, für ausreichend Nahrung zu sorgen, seht ihr euch in Don't Starve auch noch mit anderen Herausforderungen konfrontiert, denn in der Spielwelt lauern viele Gefahren auf unvorsichtige Abenteurer. Einige Tiere und Monster reagieren auf eure Anwesenheit äußerst aggressiv und greifen euch sofort an; oftmals sogar im Rudel. Solltet ihr zu Beginn daher einen großen Bogen um Spinnennester und Co machen, so müsst ihr euch früher oder später solchen Gefahren stellen, denn einige Rohstoffe wie Seide könnt ihr nur so gewinnen. Einen guten Schutz bietet dabei stets ein Feuer, das in der Nacht die meisten Monster fernhält. Trotzdem empfiehlt es sich zum Schutz eine primitive Rüstung und eine Waffe zu bauen, mit der ihr euch im Zweifelsfall verteidigen könnt.


Winter is coming

Ist das Überleben unter normalen Umständen in Don't Starve schon eine Herausforderung, so hat das Spiel für besonders Hartnäckige Nutzer noch einen weiteren Schwierigkeitsgrad übrig: den Winter. Mit der Zeit ändert sich nämlich die Jahreszeit, was nicht nur Auswirkungen auf den Tag-Nacht-Wechsel hat. Im Winter ist es naturgemäß auch verdammt kalt. Damit droht eurem Charakter schnell der Kältetod, sofern ihr nicht vorgesorgt habt. Im Winter müsst ihr stets die Nähe zu einer Wärmequelle suchen, sei es nun das Lagerfeuer oder zumindest ein wärmender Stein, den ihr zuvor am Feuer „aufgeladen“ habt. Auch wärmende Kleidung kann hier hilfreich sein; doch dies will auch zunächst einmal hergestellt werden. Neben der Kälte, die eure Lebensenergie schnell gen Null schnellen lassen kann, ist auch im Winter der Hunger ein großes Problem, denn auf euren Farmen wird dann nichts mehr wachsen. Und auch Beerenbüsche tragen nur selten Früchte, sodass ihr euch eure Nahrung gut einteilen müsst. Immerhin bewirkt die Kälte, dass eure Nahrungsvorräte langsamer vergammeln, was zumindest ein kleiner Trost ist.

Wem all das als Herausforderung immer noch nicht reicht, darf sich im Winter auch mit einigen gefährlichen Tieren herumschlagen, die in dieser Jahreszeit auftauchen und Jagd auf unvorsichtige Spieler machen. Wer sich also von seinem Lager wegbegibt, sollte stets gut ausgerüstet sein.

In Don't Starve gehört das Scheitern zum Spiel dazu; wie auch in FTL lebt das Spiel davon, dass ihr immer wieder versucht, euren bisherigen Rekord zu überbieten und länger zu überleben. Neben den vielen Erfahrungen, die ihr beim immer neuen Ausprobieren sammelt, helfen auch die immer neuen Charaktere dabei, neue Versuche zu starten, denn abhängig von den Eigenschaften den Abenteurers könnt ihr verschiedene Spielweisen und Überlebensstrategien ausprobieren.



Über den Autor
Christina | Editor/Redakteurin

Christina ist eine Expertin wenn es um Browserspiele geht. Egal ob MMO oder Gelegenheitsspiele - Christina kann sich für alles begeistern.


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