Kapifari

Kapifari Review

Review

Passionierte Tierretter mit grünem Daumen

Mit dem kostenlosen Browserspiel Kapifari kreuzt Entwickler und Publisher Upjers Elemente seiner Hits Wurzelimperium und Kapi Hospital und verfrachtet das Ganze in das Setting eines afrikanischen Wildhüter-Camps. In der resultierenden Aufbau- und Tiersimulation gründet ihr eine Rettungsstation und nehmt hilfsbedürftige Wildtiere vorübergehend in Pflege. Als Camp-Leiter baut ihr euer sporadisches Zeltlager Schritt für Schritt aus, stellt die Versorgung mit Wasser, Futter und Medizin sicher und meistert mit zunehmender Erfahrung den Umgang mit großen und kleinen Patienten aus dem afrikanischen Tierreich. Sind eure Gäste aufgepäppelt, entlasst ihr sie wieder in die Freiheit.


Zeltlagerromanzen im afrikanischen Busch

Ausgehend von eurem kleinen Camp in der Mitte von Afrika habt ihr großes vor: Mit Expeditionen in die Wildnis wollt ihr sicherstellen, dass die Lebensräume der zahlreichen Tierarten geschützt sind und verletzte Exemplare eine Chance bekommen, zu überleben. Dazu spürt ihr angeschlagene Tiere auf und verfrachtet sie fürs Erste in eure Aufpäppel-Station. Die Fälle präsentieren sich unterschiedlich, je nach Tierart, Verletzung oder Krankheit müssen andere Therapien angewandt werden. Die richtige Kombination aus artgerechter Unterbringung, alternativer Kräutermedizin und Ernährung ist der Schlüssel zur Genesung eurer Gäste. Die Materialien, Kräuter und Nahrungsmittel könnt ihr in entsprechenden Anbauten eures Camps selbst produzieren.

Die freien Bauflächen auf eurem Gelände lassen sich nach euren Vorstellungen bebauen. Eure Wildhüter-Kollegin Dana ist euch ausgesprochen zugetan und begleitet eure Anfänge mit Instruktionen. So lässt sich der Spielfortschritt jederzeit am Erscheinungsbild des isometrischen Camps ablesen. Ihr könnt im Verlauf von KapiFari zahlreiche Gebäude, Gehege und Dekorationen bauen, die zusammen eine hübsche 2D-Anlage formen. Zwischen den Bauten wuseln natürlich die Tiere, aber auch eine Reihe von Helfern ist später unterwegs. Ganz alleine könnt ihr die Tiere nicht betreuen, ihr braucht engagierte Leute die mit anpacken. Mit einem Tierschutzhelferplatz lockt ihr genau die an. Ironischerweise sieht das Lockmittel für Tierfreunde mit Liegewiese, Bratrost und Lagerfeuer eher aus wie die Party-Veranda eines fanatischen Grillmeisters. Darüber sehen die echten Tierliebhaber aber hinweg und geben ihre eigenen, mitgebrachten Schützlinge vertrauensvoll in eure Hände.

Das Herz eures Camps ist das Haupt- bzw. Wohnhaus, dass sich betreten lässt und dessen Innenausstattung euch überlassen bleibt. Ein umfangreicher Einrichtungskatalog versorgt euch dafür mit Ideen. Zusätzlich sind hier einige Infofunktionen untergestellt, die Schiefertafel führt zur Rangliste unter den Spielern, eine Sammelvitrine dokumentiert euren Geschenketausch mit Freunden und denen, die es werden wollen. Das Spiel ist von Social-Gaming-Funktionen durchsetzt, es gibt eine Freundesleiste und am oberen Bildrand führt euch ein Briefsymbol zum Nachrichten-System unter den Usern. Als Besonderheit dürft ihr sogar die Camps eurer Freunde besuchen und ihnen unter die Arme greifen. Ihr könnt euch also nicht nur umsehen, sondern zum Beispiel die Tiere streicheln oder Wasser aus den Brunnen schöpfen.


Gotta Catch 'em all!

Mit dem Camp wächst zudem euer Einflussbereich. Auf der Karte der Region müsst ihr euch den Zugang zu weiteren Gebieten erst verdienen. Das tut ihr durch erfolgreiches Betreiben im Rahmen eurer momentanen Möglichkeiten. Anfangs sucht ihr nur die Regionen nahe eures Camps nach schädlichem Müll ab und hütet Kleinwild wie Tomatenfrösche und Graupapageien. Um die anspruchsvolleren Tiere der tieferen Wildnis zu versorgen, fehlen euch zu Beginn ohnehin die Anlagen. Pro Level weitet ihr den Operationsbereich eurer Station um zwei Gebiete aus und durchstreift schließlich die mehr als 100 Lebensräume des Kontinents.

Expeditionen wollen geplant sein: Ein Klick auf den Kompass im Hauptbildschirm bringt euch zunächst auf die Karte Afrikas, auf dem ihr eine Route festlegt. Die Entfernung des Ziels und euer fahrbarer Untersatz bestimmen die Kosten und die Dauer eurer Erkundungen, über das Packen optionaler Zusatzausstattung könnt ihr sie effizienter gestalten. Wer will fährt mit dem Fahrrad in den Busch und hofft, dass er einem hilfsbedürftigen Löwen begegnet und nicht der kerngesunden Sorte mit Appetit. Mit Freischaltung von Motorroller, Quad und Jeep steigt man besser um. Allerdings muss man für den schnelleren Transport ein paar Dongos springen lassen.

Eure ausgesandte Truppe kehrt mit den zwei erstbesten Tieren zurück, die sie finden können. In KapiFari sucht man sich seine Patienten nicht aus, sie ergeben sich mehr oder weniger zufällig. Eure Stufe und euer Einflussbereich bestimmen die Aussichten, seltenere und anspruchsvollere Pflegefälle in der Wildnis zu entdecken.

Deren Heilung ist entsprechend an aufwendigere Unterbringung geknüpft, ein passendes Gehege mit der richtigen Futterzufuhr und spezieller Medizin sind erforderlich. All das erkennt man über einen Klick auf das Tier, ein Info-Menü fertigt die Diagnose und den Weg zur Genesung für euch vor. Kein langes Rätseln also, was dem Elefanten wohl fehlt, stattdessen darf man sich direkt daran machen, die Verstopfung des Dickhäuters zu kurieren.

Sobald euer Elefant den Heilungsprozess durchlaufen hat und wieder problemlos in die Büsche kann, ist es an der Zeit den sanften Riesen wieder freizulassen. Per Button lasst ihr ihn ziehen und erhaltet für die geleistete Hilfe Erfahrung und eine Prämie von Tierschutzorganisationen.


Dongos got my baby!

Entwickler Upjers hat bekanntermaßen ein fable für Gartenarbeit - auch in KapiFari darf man sich wieder mit Bewässerung und Wachstumszeiten auseinandersetzen. Jede Gartenanlage bietet Platz für 25 bepflanzbare Beete, die ihr nach Belieben bzw. gemäß den Ansprüchen eurer Patienten nutzen könnt. Im Lager kann man Vorräte der verschiedenen Futter- und Kräutererzeugnisse anlegen. Vor der Ernte kommt bekanntlich die Saat, verschiedenste Arten werden als Setzlinge aufs Feld gebracht. Die benötigten Setzlinge werden ausschließlich im Shop erworben. Kapifaris Heilkräuter sind keine Fantasie, ihr pflanzt z. B. Ingwer und Zitronengras, Niebaum und das Allheilmittel Aloe Vera. Nutzloses Unkraut wird von euch dagegen herausgerupft.

Kommt es bei bestimmten Waren zu Engpässen, lassen sich diese auch im Handel erstehen. Der Shop hat alles Erdenkliche im Angebot, Items gehen aber nur über die Ladentheke, wenn das Spielerlevel dafür ausreicht. Upjers Bild von Afrika spiegelt sich im Tauschmittel des Spiels wieder: Mit genügend 'Dongos' in der Tasche kann man nach Herzenslust einkaufen. Das Entlassen eines Tieres in die freie Wildbahn ist eine Einnahmequelle für das Muschelgeld, das Abgeben von Plastik und Öl-Dosen an der Müllsammelstelle beschert euch weitere Dongos. Zudem erhält jeder Spieler ein geringes Grundeinkommen, das beim ersten Einloggen des Tages ausgezahlt wird. Für das Erledigen von Aufgaben erhält der Spieler zusätzliches Geld und Erfahrung. In Kombination sind beide der Schlüssel zu neuem Equipment und Spielelementen, also tut ihr gut daran, die als Kampagne gereihten Quests regelmäßig zu erledigen.

Die zusätzlichen Premiumfunktionen des Spiels, mit denen sich Wartezeiten abkürzen oder ein Premiumaccount erstellen lässt, stehen einem über Saphire offen. Die gibt es ab und zu so, ansonsten erwirbt man die Edelsteine für Euro. Aber auch ohne die Komfortfunktionen verspricht KapiFari seinen Spielern eine anhaltende Faszination, die sich aus der Kombination von Tiersimulation, Gärtnern und Aufbau ergibt.



Über den Autor
Christina | Editor/Redakteurin

Christina ist eine Expertin wenn es um Browserspiele geht. Egal ob MMO oder Gelegenheitsspiele - Christina kann sich für alles begeistern.


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