League of Legends

League of Legends Review

Review

MOBA Meilenstein

Für die Entstehung des heutigen MOBA-Genres (Multiplayer Online Battle Arena) war vor allem die wachsende Popularität der Mod Defense of the Ancients (kurz DotA) für den Strategie-Klassiker Warcraft 3 verantwortlich. Spieler weltweit nahmen begeistert diese neue Form der Echtzeit-Strategie an und es bildete sich schnell eine wachsende Community. Mit dem Erscheinen ähnlicher Titel war dann schließlich das MOBA-Genre geboren.

Einige der Entwickler der ursprünglichen Mod schlossen sich später dem amerikanischen Entwickler Studio Riot Games an, wo mit ihrer Mithilfe League of Legends (kurz LoL) entstand. Das Spiel zählt mittlerweile zu den beliebtesten Online-Games überhaupt und verzeichnet mehr als 70 Millionen Spieler weltweit. Auch als E-Sport Disziplin ist LoL heute eine feste Größe und bietet den Athleten teils unglaubliche Preisgelder.

Doch was macht das MOBA-Genre eigentlich aus und wie setzt League of Legends diese Elemente um?


Mit Köpfchen gewinnen

In klassischen MOBA-Spielen stehen sich in der Regel zwei Teams gegenüber, deren Ziel es ist, die Basis der Anderen auszulöschen. Für gewöhnlich besteht eine solche Basis aus einem Hauptgebäude, welches für einen Sieg in jedem Fall zerstört werden muss, sowie diversen kleineren Gebäuden, die unter anderem der direkten Verteidigung dienen. Das können zum Beispiel Türme sein, die selbstständig auf Angreifer feuern. Die Zerstörung der kleineren Gebäude ist zwar für den Spielsieg nicht entscheidet, kann aber lohnende Vorteile bringen. Neben den Gebäuden gibt es auch noch in jeder Basis computergesteuerte Einheiten, die sowohl der Verteidigung eurer Basis dienen als auch Angriffe auf den Feind starten.

Im Gegensatz zu traditionellen Strategie-Spielen verzichtet man in den meisten MOBA-Titeln auf typische Elemente wie den Basenbau, umfangreiches Ressourcenmanagement oder den Aufbau von Armeen.

Ebenfalls ungewöhnlich ist, dass die Spieler nur einen einzelnen Helden und keine großen Verbände von Einheiten kontrollieren. Diese Figur verfügt dafür über viele Talente und Eigenschaften, die von Charakter zu Charakter variieren und somit immer wieder andere Spielweisen voraussetzen. Außerdem kann der Held Erfahrungspunkte sammeln, indem er Einheiten des gegnerischen Teams oder neutrale Monster, sogenannte Creeps ausschaltet. Mit dieser Erfahrung steigt die Figur auf und kann während einer Schlacht neue Fähigkeiten erwerben, die einen Sturm auf die feindliche Basis erleichtern. Dieser Rollenspielaspekt ist eines der Kern-Elemente von MOBA-Spielen.

Die Spieler können ihren Helden auch mit neuer Ausrüstung ausstatten, die sie für Gold erkaufen können. Zu diesem Zweck erhält der Spieler regelmäßig einen Betrag, der von seiner Basis generiert wird. Zusätzliches Gold kann durch das Neutralisieren von Feinden erhalten werden und die verfügbaren Gegenstände variieren in Preis und Funktion.


Werdet zum Beschwörer

Die Spieler in League of Legends schlüpfen in die Rolle eines sogenannten Beschwörers, der dann im Spiel einen der vorgefertigten Champions befehligt. Je länger und erfolgreicher ihr spielt, desto schneller steigt ihr in eurem Rang als Beschwörer auf. Dadurch schaltet ihr allmählich Meisterschaften, Runenbücher und Beschwörerzauber frei, die euch dabei helfen, euren Champion zum Sieg zu führen. Mit den ersten beiden Errungenschaften könnt ihr vor allem die passiven Attribute – also Angriffskraft, Lebensenergie etc. - eurer Champions verbessern. Mit den Beschwörerzaubern hingegen könnt ihr direkt ins Spielgeschehen eingreifen. Auf diese Weise könnt ihr unter anderem euren Champion aus misslichen Lage retten, indem ihr ihn heilt oder ihr verstärkt eure Verteidigungsanlagen. Auch das Teleportieren eures Champion oder ein direkter Angriff auf Feinde ist über die Zauber möglich. Ein Beschwörer darf allerdings nur zwei dieser Fähigkeiten gleichzeitig für eine Partie ausrüsten und ihr Einsatz ist an eine Abklingzeit gebunden, so dass die Zauber auch nicht ununterbrochen eingesetzt werden können. Das zwingt den Spieler schon vor der eigentlichen Schlacht zu kniffligen Entscheidungen.


Die Champions

Entsprechend eurem Spielstil und euren Fähigkeiten als Beschwörer gilt es vor jeder Partie den passenden Champion zu wählen, der euch auf dem Schlachtfeld vertreten wird. Das dürfte euch gerade zu Beginn nicht ganz leicht fallen, denn die Auswahl ist extrem groß. In LoL warten mittlerweile mehr als 100 verschiedene Champions auf ihren Einsatz und alle verfügen über andere Eigenschaften, die es zu beachten gilt. Einige davon müsst ihr zunächst im Shop freischalten, bevor ihr sie nutzen dürft. Eine Auswahl von insgesamt zehn Champions steht immer für eine Woche zur freien Verfügung und danach werden sie durch eine andere Auswahl ausgetauscht. So habt ihr regelmäßig die Möglichkeit einen neuen Champion zu testen und wenn euch jemand so gut gefällt, dass ihr ihn dauerhaft nutzen wollt, dann könnt ihr ihn kaufen. Zu den bereits bestehenden Champions kommen in regelmäßigen Abständen neue hinzu und die vorhandenen werden durch Updates weiter verfeinert. Um die Wahl des Champions etwas zu erleichtern, lassen sie sich in insgesamt sechs verschiedene Typen einteilen.

Den Tank kennt man bereits aus der MMORPG-Welt und auch in LoL spielt er eine wichtige Rolle. Wie der Name schon erahnen lässt, ist der Tank ein äußerst zäher Champion, kann jedoch im Gegenzug nur eine überschaubare Menge an Schaden verursachen. Er ist ideal, um Kämpfe einzuleiten und dann an vorderster Front zu verbleiben. Seine Aufgabe ist es dann mit Hilfe seiner Skills und der guten Defensive den Großteil der Angriffe auf sich zu ziehen und so seinen Kameraden Schutz zu bieten, die sich dann um den Gegenangriff kümmern.

Der Bruiser ist dem Tank nicht unähnlich und kann ebenfalls einiges an Schaden wegstecken. Zudem kann er auch selbst eine beachtliche Menge an Schaden verursachen. Aufgrund seiner Auswahl an Fähigkeiten ist er jedoch nicht ganz so gut zur direkten Verteidigung anderer Figuren geeignet.

Ein sehr spezieller Typ von Champion ist der Jungler. Auf den Karten von LoL gibt es Bereiche, die von Dschungel überwuchert und dadurch nicht ohne weiteres einsehbar sind. Mit dem Jungler kann sich ein Beschwörer dieses Terrain zunutze machen. Er sucht dort gezielt nach neutralen Einheiten, die er besiegen und dadurch Erfahrung sammeln kann. Außerdem lauert er im Dickicht auf vorbeiziehende Champions, die er dann in einem passenden Moment überfallartig angreift und sich anschließend wieder in den Dschungel zurückzieht. Gerade in Absprache mit Team-Kollegen lassen sich auf diese Weise sehr effektive Hinterhalte konstruieren.

Ebenfalls für trickreiche Angriffe konzipiert ist der AP-Carry. Er richtet mit seiner Fähigkeitsstärke magischen Schaden an. Da er meist nur über wenig Defensivkräfte und Lebensenergie verfügt, erfolgen seine Angriffe bevorzugt aus sicherer Distanz. Neben dem erheblichen Schaden, den sie verursachen, bewirken seine Attacken auch oft Nebeneffekte wie das Verstummen, wodurch der Gegner kurzzeitig keine Fähigkeiten mehr nutzen kann.

Einem ganz ähnlichen Zweck dient der AD-Carry. Auch er soll in erster Linie viel Schaden anrichten und erzielt dies vornehmlich aus der Ferne. Er verlässt sich dabei jedoch auf seine Standard-Attacken und fügt dem Feind mit seiner hohen Angriffsstärke physischen Schaden zu.

Der Supporter darf in einem Team-Spiel natürlich auch nicht fehlen. Er beschränkt sich auf die Unterstützung seiner Mitstreiter und geht direkten Kampfhandlungen eher aus dem Weg. Seine Fähigkeiten kann er zum Beispiel zur Heilung seiner Kameraden nutzen oder deren Mana wieder auffrischen. Zudem beherrscht er sogenannte Crowd Control Skills, die es ihm ermöglichen, die feindlichen Champions im Kampf zu behindern. Diese Einschränkungen reichen zum Teil sogar so weit, dass der andere Champion zeitweise komplett handlungsunfähig gemacht wird.


Spaß ohne Umwege

League of Legends bietet euch eine ganze Reihe von Spielarten an und durch das ausgeklügelte Matchmaking findet ihr schnell eine passende Partie. Eine Partie bei Ranglisten- und normalen Spielen dauert je nach Spielerzahl und Karte 15 – 60 Minuten. In der Regel spielt man in 3er oder 5er Teams gegeneinander, aber es gibt auch einen kooperativen Modus, in dem ihr zu fünft gegen ein Team aus computergesteuerten Beschwörern antretet. Um schlechten Verlierern den Wind aus den Segeln zu nehmen gibt es zum Einen das Tribunal, welches über Votings schlechtes Verhalten ahnden kann zum Anderen das LeaverBuster-System. Dieses System bestraft Spieler die vorzeitig eine Partie verlassen mit einer Zeitstrafe. Je nach Häufigkeit der Vergehen können diese unsportlichen Mitspieler somit für längere Zeit ausgeschlossen werden.

Ob ihr nun schon seit DotA dabei seid oder das MOBA-Genre erst jetzt entdeckt habt, mit League of Legends findet ihr den idealen Einstieg in diesen neuen Mix aus Strategie und RPG. Zudem könnt ihr das Spiel durch sein Free To Play System ohne Umschweife ausprobieren und genießen.



Über den Autor
Roberto | Redakteur

Roberto begann seine Videospiel-Karriere mit dem SEGA Mega Drive und seit seinem ersten Kontakt mit Sonic und Co. sind Videospiele ein fester Bestandteil seines Lebens. Er hat eine besondere Schwäche für die Indie-Szene und experimentelle Spiele, die sich nicht den üblichen Genre-Konventionen unterwerfen.


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