Monster Hunter 3 Ultimate

 

Monster und Jäger überall

Schon seit fast 10 Jahren gehen in Monster Hunter Millionen Spieler auf der ganzen Welt auf die Jagd und erlegen gemeinsam riesige Kreaturen. Was 2004 auf der PS 2 begann, breitete sich mit den nachfolgenden Ablegern für die Playstation Portable wie ein Virus aus und infizierte zuerst Japan und dann die ganze Welt. Aufbauend auf diesem Erfolg begann man bei Capcom schließlich mit den Arbeiten am ersten HD-Titel der Serie, der auf der Sonys PS3 erscheinen sollte. Doch die Japaner stellten schnell fest, dass die Entwicklung eines echten NextGen Monster Hunter sehr teuer werden würde und wechselten daher recht früh von der PS 3 zu Nintendos Wii. Full HD Auflösung, Anti Aliasing und Co. waren auf dieser Hardware natürlich nicht mehr machbar, aber dafür war die Entwicklung deutlich einfacher und günstiger. Die Spieler scheint das aber wenig gestört zu haben, denn Monster Hunter Tri avancierte in Japan schnell zum erfolgreichsten Third-Party-Spiel auf der Wii und mit dem Erscheinen von Nintendos neuer Wii U bekommen Monster Hunter Fans am Ende doch noch ihre HD-Version.

Wie der Name schon erahnen lässt, ist Monster Hunter 3 Ultimate also keine Neuentwicklung, sondern lediglich eine Portierung des erfolgreichen Monster Hunter Tri, das man mit ein Paar neuen Inhalten und aufgebohrter Grafik ausgestattet hat. Für Veteranen des Wii-Ablegers bietet Ultimate somit in erster Linie viel Altbekanntes, aber wie schaut es mit den Spielern aus, die mit der Wii U Fassung zum ersten Mal auf die Jagd gehen?


Alles wie immer

Im Kern hat sich an der Monster-Jagd eigentlich wenig geändert. Wie üblich erstellt ihr zunächst im Charakter-Editor euren eigenen Jäger. Wirklich viele Optionen habt ihr dabei zwar nicht, aber eine neue Frisur und ein Paar andere Klamotten reichen ja auch, bis ihr in eure Rüstung schlüpft. Anschließend führt euch eine kurze Zwischensequenz ins Spiel ein und ihr findet euch in einem kleinen Dorf wieder. Bevor ihr euch jedoch direkt in den Kampf stürzt, solltet ihr zunächst ein wenig durchs Dorf schlendern und euch mit den Bewohnern vertraut machen. Auf diese Weise erfahrt ihr auch, dass die Gegend mit Erdbeben zu kämpfen hat und es ist natürlich an euch, die Ursache dafür zu finden. Viele der Bewohner haben aber nicht nur ein Paar nette Worte für euch und treiben die Geschichte ein wenig voran, sondern bieten auch einige Aufgaben. Als Dreh- und Angelpunkt für eure Abenteuer dient die sogenannte Gilde. Hier könnt ihr euch stets mit neuen Quests eindecken, die euch zum Teil neue Areale der Spielwelt eröffnen und natürlich auch immer wieder nützliche Belohnungen bereithalten. Zu Beginn seid ihr natürlich eher mit simplen Liefermissionen und dergleichen beschäftigt, aber je mehr Erfahrung ihr als Jäger sammelt, desto mehr traut euch die Gilde zu.

Habt ihr dann schließlich eure Unterkunft begutachtet, den Bewohnern hallo gesagt und bei der Gilde vorbeigeschaut, dann ist es an der Zeit, die sicheren Grenzen des Dorfs zu verlassen und endlich auf die Jagd zu gehen. Bereits wenige Meter vor den Toren des Dorfs erblickt ihr dann auch schon die ersten Kreaturen. Mit den namensgebenden Monstern haben die jedoch noch nicht viel gemeinsam, denn die Welt von Monster Hunter beherbergt eine enorme Anzahl verschiedener Lebewesen, die sich in vielen Punkten unterscheiden. Die mehr als 70 Rassen lassen sich grob in Fleisch- und Pflanzenfresser einteilen. Darunter finden sich wiederum die verschiedensten Lebensformen. Da gibt es riesige Echsen, die sowohl Vögeln als auch realen Dinos ähneln können, monströse Insektenarten, fischähnliche Wesen, die in den Tiefen der Seen und Meere warten oder ganz klassische Drachen. Den wirklichen Monstern begegnet ihr also erst später im Spiel, denn mit ihnen könnt ihr es erst aufnehmen, wenn ihr genügend Erfahrung gesammelt habt und über eine angemessene Ausrüstung verfügt. Wer sich trotzdem ganz allein und ohne ausreichende Vorbereitungen an einen der dicken Brocken wagt, der kann schnell das Zeitliche segnen.


Monster gegen Hunter

Vor den ersten Viechern müsst ihr euch aber keineswegs fürchten, denn die habt ihr in der Regel mit wenigen Schlägen erlegt. Insbesondere die kleineren Pflanzenfresser beachten euch nicht mal, bis ihr sie dann attackiert, dann verteidigen sie sich zwar, aber meist habt ihr mit wenig Gegenwehr zu rechnen. Das ändert sich natürlich mit der Zeit und später kann es durchaus vorkommen, dass ihr plötzlich vom Jäger zum Gejagten werdet. Damit das möglichst selten passiert, solltet ihr natürlich eure Waffe möglichst gut beherrschen und Ausrüstung wählen, die eurem persönlichen Spielstil entspricht. Die Auswahl sollte dabei noch das kleinste Problem sein, denn vom großen Zweihänder, das tragen von zwei Waffen gleichzeitig bis hin zu unterschiedlichsten Varianten von Bögen und Armbrüsten ist alles dabei, was man auch nur im entferntesten für die Jagd der Bestien nutzen könnte. Dieses große Repertoire an Kampfstilen unterteilt sich schließlich in insgesamt 7 verschiedene Klassen, die jeweils die genutzte Waffe widerspiegeln.

Es liegt also bei euch, ob ihr mit scharfer Klinge in den Nahkampf prescht oder doch eher die klassische Jagd per Pfeil und Bogen bevorzugt. Ganz unabhängig von der gewählten Waffe gilt es aber ein Paar Dinge zu beachten. Alle Tiere haben bestimmte Stärken und Schwächen, die ihr im Hinterkopf haben solltet und auch das Verhalten der einzelnen Rassen variiert. Einige sind zum Beispiel sehr schwerfällig, während andere euch mit ihrer flinken Art schnell in den Rücken fallen können und wieder andere bei Gefahr ihr Rudel zu Hilfe rufen. Da es keine Funktion zum automatischen Anvisieren der Gegner gibt, können die schnellen Monster natürlich auch noch viel bessere euren Attacken ausweichen, was sie noch gefährlicher macht. Etwas leichter wird es, wenn ihr die Monster genau studiert und so ihre verschiedenen Verhaltensweisen und Angriffsmuster verinnerlicht. Auf diese Weise könnt ihr eure Schläge deutlich besser timen und drohenden Gegenangriffen leichter entgehen.

Wenn ihr gut aufgepasst und eure ersten Monster erfolgreich erlegt habt, dann könnt ihr endlich eure Beute einsacken, die für gewöhnlich aus mehr oder weniger wertvollen Rohstoffen besteht. Die braucht ihr nicht nur für bestimmte Quests, sondern ihr könnt sie auch verkaufen oder verarbeiten. Letzteres ist sicher der interessanteste Aspekt, denn Crafting, also das Erschaffen von Gegenständen, wie man es aus MMOs kennt, spielt in Monster Hunter von jeher eine große Rolle. Dementsprechend könnt ihr euch aus den warmen Fellen, harten Panzern und riesigen Knochen erlegter Monster komplett neue Ausrüstung basteln und auch viele andere Objekte lassen sich mit dem richtigen Rohmaterial erschaffen. Insbesondere das sammeln neuer Materialien, mit denen ihr wiederum kontinuierlich eure Ausrüstung verbessert, macht einen großen Teil der Motivation in Monster Hunter aus.

Zwar könnt ihr jederzeit frei jagen gehen und euch so Materialien usw. beschaffen, aber die meiste Zeit verbringt ihr mit den Quests der Gilde. Die bestehen immer aus mehreren kleinen Quests, die ihr abschließen müsst, um die Story voranzutreiben und schließlich Zugang zu einem großen Quest inklusive Boss zu erhalten. Habt ihr einen Quest angenommen, dann müsst ihr euch in das jeweilige Missionsgebiet begeben und dann meist ein bestimmtes Tier erlegen oder Materialien beschaffen. Im Vergleich zur freien Jagd habt ihr dafür aber nur einen festgelegten Zeitrahmen zur Verfügung und auch die Anzahl eurer Leben ist begrenzt.

Solltet ihr mal Probleme mit einem besonders harten Brocken haben oder einfach statt der KI-Kollegen etwas menschliche Gesellschaft bevorzugen, dann könnt ihr auch einfach mit ein Paar anderen Jägern online spielen. Mit den richtigen Klassen an eurer Seite und dem richtigen Teamplay, das Dank Voice-Chat ganz gut funktioniert, könnt ihr dann auch die gefährlichsten Monster zu Fall bringen.


Neue Tricks

Für sich genommen ist Monster Hunter 3 Ultimate also noch immer ein gutes Spiel, aber im Vergleich zur ursprünglichen Wii-Version hat sich überraschend wenig getan. Capcom hat zwar neue Monster und Quests integriert und auf Wunsch könnt ihr sehr viele Elemente direkt auf das Wii U Gamepad übertragen, was die Steuerung etwas angenehmer macht, aber man merkt dem Titel trotzdem deutlich an, dass es eben keine echte Wii U Fassung ist. Gerade in Sachen Grafik wäre mit der neuen Hardware deutlich mehr möglich gewesen. Ihr bekommt zwar endlich Full HD und die Treppchenbildung der Wii-Version ist verschwunden, aber die Texturen sind noch immer recht matschig und den Charakteren fehlt es etwas an Details. Auch an der Umgebung hat sich im Grunde nichts geändert, denn die Spielwelt ist noch immer in diese recht kleinen Areale eingeteilt und innerhalb eines Bereichs gibt es außer dem Monstern kaum etwas zu sehen. Hier war Capcom etwas faul und so müssen wir wohl weiterhin auf das erste echte Next-Gen Monster Hunter warten.


Corsual Fazit: hardCORE

Im Grunde dreht sich auch in diesem Teil alles um die Jagd und die Beute. Der Weg ist quasi das Ziel. Als kleiner Jäger anzufangen und sich mit der Zeit immer weiter zu einem großen Krieger zu entwickeln, der es auch mit den schwierigsten Monstern aufnehmen und sie nach langem Kampf erlegen kann. Monster Hunter 3 Ultimate ist also ein etwas enttäuschender Port, aber noch immer ein richtig gutes Spiel und zweifellos der bislang beste Teil der Reihe.


 
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