Die Macher von STALKER arbeiten an Areal

Veröffentlicht am 25.06.2014 um 12:54 Uhr von Roberto

Ehemalige Mitarbeiter von GSC Gameworld sammeln auf Kickstarter Geld für einen spirituellen Nachfolger von STALKER. UPDATE: Betrugsvorwürfe von Vostok Games.

Update:

Inzwischen hat sich Oleg Yavorsky, PR und Marketing Manager bei Vostok Games, zu dem Projekt geäußert und damit Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Entwickler von Areal aufkommen lassen. In einem Statement gegenüber VG247 schreibt Yavorsky, dass er es für Betrug hält, wie West Games sich als Schöpfer der Stalker-Serie darstellen und mit Material aus diesen Spielen für ihr Projekt werben. Laut Yavorsky arbeiteten im Laufe der Zeit hunderte Leute an den Stalker-Spielen. Viele von ihnen waren Beta-Tester oder Modeller für kleinere Assets (Waffen etc.) und nur ein paar Monate da, damit sie später in ihren Lebenslauf schreiben konnten, dass sie an Stalker mitgewirkt haben. Viele dieser ehemaligen Kollegen behaupten oft, sie seien der Kern des Entwicklerteams gewesen.

Noch mehr ärgert Yavorsky aber, dass West Games für sein Projekt mit Spielszenen und Konzeptgrafiken aus Stalker wirbt. Das ist seiner Meinung nach nicht nur illegal, sondern einfach falsch und darum möchte er die Kickstarter-Gemeinde auch warnen.

West Games hat sich dazu noch nicht offiziell geäußert und es ist noch unklar, ob Vostok Games oder andere Mitarbeiter des ehemaligen GSC Game World Studios nun rechtliche Schritte gegen West Games einleiten werden. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Ursprüngliche News:

Areal Stalker-Sequel MockupGanze sieben Jahre arbeitete das ukrainische Studio GSC Game World an seinem Kult-Shooter STALKER: Shadow of Chernobyl, mit dem sie sich schließlich einen festen Platz in den Ruhmeshallen des PC-Gamings sicherten. Trotz vieler technischer Probleme und unzähliger Verschiebungen hat das Spiel bis heute eine sehr treue Fangemeinde, die den Titel noch immer mit Mods modernisiert. Im Abstand von jeweils etwa einem Jahr folgten sogar zwei eigenständige Erweiterungen, die den ungeschliffenen Diamanten etwas mehr in Form brachten und Fehler ausmerzten.

Zum kommerziellen Durchbruch hat es für die Stalker-Serie aber dennoch nie gereicht und so kam es, wie es kommen musste. GSC Game World hat sich mit dem großen Nachfolger Stalker 2 etwas übernommen und die finanziellen Reserven gingen allmählich zur Neige, so dass man schließlich im Jahr 2012 das Studio auflösen musste. Für viele Mitarbeiter des Studios war dies eine Chance zum Neuanfang und so entstanden aus den Trümmern von GSC Game World zwei neue Studios. Zum einen wäre da 4A Games, die mit Metro 2033 und Last Light erste Erfolge feiern konnten und dann gibt es noch Vostok Games, wo man derzeit noch mitten in der Entwickler des Free to Play-Shooters Survarium steckt.

Mit West Games tritt nun ganz überraschend ein drittes Studio auf den Plan, das aus ehemaligen Leuten von GSC Game World besteht. Ihr erstes Projekt hört auf den Namen Areal und von allen Spielen, die aus der Asche von GSC entstanden sind, ist Areal wohl das Spiel, mit der größten Ähnlichkeit zur Stalker-Serie. Bislang befindet sich das Spiel noch in einer frühen Phase und damit es wirklich zu einem spirituellen Nachfolger werden kann, braucht das Team die Hilfe der Spieler. Darum hat man nun eine Kickstarter-Kampagne gestartet, die mindestens 50.000 US Dollar einspielen soll, um die Entwicklung, die das Team bislang mit den eigenen Ersparnissen bezahlt hat, weiter zu finanzieren.Areal Stalker-Sequel artwork

Für Areal verlässt man die Zone rund um Tschernobyl und setzt stattdessen auf ein neues Szenario, das im Kern auf dem gleichnamigen Buch von Sergey Tarmashev basiert. Die Spielwelt soll noch wesentlich offener werden und der Spieler wird sich völlig frei darin bewegen können. Statt der radioaktiven Artefakte gibt es nun sogenannte Metamorphite, welche die Welt beeinflussen, Umweltanomalien erschaffen und dem Spieler neue Fähigkeiten verleihen können. Im Vergleich zu Stalker soll Areal deutlich farbenfroher aber nicht minder Atmosphärisch werden. Für das Spiel entwickelt man erneut eine eigene Engine, die auch auf den Konsolen laufen soll, so dass man Areal später auch auf andere Plattformen portieren kann.

Die 50.000 US Dollar sind das absolute Minimum und mit mehr Geld wächst natürlich auch das Spiel. So könnte es bei 200.000 Dollar eine zusätzliche Nebenkampagne geben und bei 500.000 Dollar würde man einen offenen Mehrspielermodus hinzufügen. Ab 25 $ bekommt ihr ein Exemplar des fertigen Spiels, das voraussichtlich Ende 2015 für PC, Mac, Linux, PlayStation 4, Wii U und Xbox One erscheinen soll. Bislang sind rund 22.000 Dollar gesammelt worden und die Kampagne läuft noch 29 Tage.

 

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Über den Autor
Roberto | Redakteur

Roberto begann seine Videospiel-Karriere mit dem SEGA Mega Drive und seit seinem ersten Kontakt mit Sonic und Co. sind Videospiele ein fester Bestandteil seines Lebens. Er hat eine besondere Schwäche für die Indie-Szene und experimentelle Spiele, die sich nicht den üblichen Genre-Konventionen unterwerfen.


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