Nvidia lästert über PS4

Veröffentlicht am 18.03.2013 um 17:54 Uhr von Sascha Stieglitz

Die PlayStation 4 erntet Kritik von Nvidias Senior Vice President of Content and Development Tony Tamasi, und das obwohl sie noch nicht einmal veröffentlicht ist. Anlass dürfte Sonys Präsentation vor kurzem gewesen sein.

Dabei nimmt Tony Tamasi kein Blatt vor dem Mund und klassifiziert die CPU der PS4 als eine low-end-CPU bei PCs. Die GPU ordnet er einer PC Grafikkarte der Mittelklasse zu.

Mit diesen Aussagen hat er ein weiteres Zündholz in den flammenden Kessel des Plattformen-Krieges geworfen. Er führt weiter den Vorteil offener Plattformen aus, nämlich das man immer bessere Technik in einem PC verbauen kann während die Hardware-Ressourcen der Konsolen still stehen. Dass dabei die mittlerweile seit einem Jahr auf dem Markt befindliche GTX 680 doppelt so viel Leistung bietet wie die Next-Gen-Konsolen  verbucht er als einen weiteren Punkt für sich; wenn man allerdings bedenkt, dass eine GTX 680 i.d.R. noch immer mehr kostet oder wenigstens genauso viel wie eine komplette Konsole, dann kann man durchaus verstehen weshalb viele Spieler eher zur Konsole als zur GTX greifen werden.

Und ein solcher Freund offener Systeme ist Nvidia nun auch wieder nicht: obgleich es sich um keine komplette Plattform sondern nur um ein kleines Zusatzfeature handelt, so behält Nvidia sich die Technik von Physx exklusiv selbst vor. Dass das auch anders geht hat AMD erst jüngst mit der TressFX Technik bewiesen, die man für sämtliche Grafikchips verfügbar macht.

Ein weiterer Vorteil der geschlossenen Systeme ist natürlich auch dass die Hardware ohne Treiber-Umwege direkt angesprochen werden kann; jeder der die Entwicklung von id Softwares Rage mitverfolgt hat der erinnert sich an John Carmacks Ausschweifungen über die Treiberprobleme, also dass z.B selbst heute noch Restbestände von Uralt-OpenGL Programmcodes zu finden seien die unnötigerweise Ressourcen fressen.

Wir denken, dass man erst mal abwarten sollte was die neuen Konsolen auf den Bildschirm zaubern bevor man sich ein Urteil bildet. Der PC wird natürlich in technischer Hinsicht die Nase vorn behalten, aber eben auch im Anschaffungspreis. Am Ende werden die Spieler von diesem Krieg profitieren, denn ihnen kann nichts Besseres passieren als dass mehrere konkurrierende Plattformen versuchen, sich gegenseitig zu übertreffen.

Übrigens war Nvidia bei der PS3 noch für die GPU verantwortlich. Für die nächste Generation hat man abgelehnt weil man es als unwirtschaftlich sehe. Wer weiß also, ob die Äußerungen von Tony Tamasi nicht doch nur die Worte der Verschmähten sind.


Über den Autor
Sascha Stieglitz | Redakteur / Marketing

Stiegi hat vor vielen Jahren auf dem 386er angefangen, sich für Videopspiele zu interessieren und zockt heute auf PC genauso wie auf Konsole und Android, am liebsten wenn eine gute Story dabei erzählt wird. Als Corsuals Marketing Director ist er außerdem für den reibungslosen Ablauf von Kampagnen verantwortlich.


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