Wird Steam bald Twitch.tv ersetzen?

Veröffentlicht am 03.12.2014 um 2:30 Uhr von Sascha Stieglitz

Valve kündigt Steam Broadcasting an, und tritt damit in direkte Konkurrenz zum Livestream Giganten Twitch.tv. Alle Infos dazu hier auf Corsual.

Steam Broadcasting ist Valves Antwort auf den großen Erfolg des Livestreamings. Damit hat die immer noch privat geführte Firma Twitch.tv beziehungsweise neuerdings Amazon praktisch den Kampf angesagt, besonders überraschend ist dieser Schritt allerdings nicht, wenn man mal genauer nachdenkt.

Doch erstmal: Steam Broadcasting – was ist das und wie funktioniert das? Derzeit ist dieses Feature nur im Beta Clienten von Steam eingebaut. Den aktiviert man so: Im Clienten oben auf Steam, dann auf Einstellungen. Im Menüpunkt Account geht man bei Betateilnahme auf ÄNDERN, und aktiviert dort schließlich die Beta Version.

Steam Beta Clienten aktivieren

 

Sowohl der Spieler als auch der Zuschauer muss den Beta Clienten benutzen. Nun hat man die Möglichkeit, einem anderen Spieler eine Anfrage zum Zuschauen zu schicken, wie ihr hier seht:

Steam Broadcasting - jemandem zusehen

Wahlweise wird nur das Spiel oder aber auch der Desktop übertragen, wenn man seinen Zuschauern beispielsweise zwischenzeitig ein Bild usw. zeigen möchte. Man kann außerdem einstellen, ob der Stream öffentlich ist, also ob jeder zuschauen kann, oder ob dieses Recht Freunden vorbehalten bleibt. Auch ob anfragen gestellt werden müssen oder nicht lässt sich einstellen. Dass beim Zuschauen ein Chatfenster vorhanden ist versteht sich von selbst. Übrigens wird das Broadcasting automatisch unterbrochen wenn man keine Zuschauer mehr hat.

Im Gegensatz zu Twitch wird man bei Steam Broadcasting zunächst keine Möglichkeit haben, einen Stream aufzuzeichnen und ihn sich später noch einmal anzusehen. Ob dieses Feature später nachgereicht wird um mit Twitch.tv gleichzuziehen ist derzeit nicht bekannt, aber sehr wahrscheinlich. Valve selbst sagt, dass dies „derzeit“ nicht möglich sei, und das impliziert ja, dass es irgendwann eine Zeit geben wird, in der es möglich ist.

Ansehen kann man sich die Streams anderer Leute nicht nur im Broadcast Hub des Steam Clients, sondern auch im Chrome und Safari Browser, aber: das Broadcasten ist derzeit nur unter Windows 7 und Windows 8  möglich.

Steam Broadcasting in Aktion

Man darf aber wirklich nicht vergessen, dass es sich hierbei um eine Beta handelt. Valve selbst räumt ein, dass nicht jeder Stream erfolgreich gestartet werden kann – immer wieder werden die Server überlastet sein.

Wie bereits oben erwähnt, ist es nicht sonderlich überraschend, dass das Steam Broadcast Feature Einzug hält in den bereits jetzt absolut fantastischen Steam Client. Live Streams bekommen eine immer größere Bedeutung im Spielemarkt, obgleich die lächerlich hohe Summer von ca. 1 Milliarde Dollar für Twitch.tv sicherlich etwas zu tief in die Tasche gegriffen war. Anderseits kann man vom Internetgiganten Amazon auch nichts besseres erwarten, denn trotz der enormen Präsenz hat diese Firma es geschafft, in ihrer 15jährigen „Erfolgsgeschichte“ in nur 2 Jahren Gewinn zu machen, die restlichen 13 Jahre waren stets Verlustrechnungen. Absolut aufgeblasene Investitionen wie der Kauf von Twitch.tv sind da nur die Spitze des Eisbergs…

Doch zurück zu Valve und Steam. Den technischen Grundstein für das Steam Broadcasting hat bereits die Streaming Funktion gelegt, mit der man Spiele auf einem Rechner ausführen und auf einem anderen (möglicherweise deutlich leistungsschwächeren) Rechner zocken konnte. Damit das vernünftig klappt musste man allerdings schon eine vernünftige Netzwerkverbindung haben, allerdings müssen beim Broadcasten ja keine Eingaben übertragen werden.

Ob Valve es schafft, erfolgreich den Markt von Twitch.tv zu erobern ist allerdings mehr als fraglich. Immerhin kann man auch Twitch.tv auch Konsolen Titel sehen – was allerdings über Umwege auch mit Steam möglich sein sollte.

Dennoch ist es generell sehr schwer, in einen so etablierten Markt vorzudringen, und wenn Valve es nicht schafft, einen deutlichen Vorteil gegenüber Twitch.tv anzubieten, dann dürfte es trotz des einfacheren Zugangs über den Steam Client sehr schwierig werden, hier Land zu gewinnen.

Wünschenswert wäre eine niedrigere Verzögerung (die bei Twitch.tv ist derzeit bei ca. 30 Sekunden und somit das nervigste Manko dieser Plattform) sowie zahlreiche, leicht bedienbare Funktionen zum Einblenden von Grafiken und eventuell auch Soundeffekten – wobei man hierzu einschränkend sagen muss, dass Valve seinen Schwerpunkt derzeit nicht unbedingt auf echte Shows im Broadcasting legt, sondern eher ein einfaches Feature anbieten will, dass Steam Freunden ermöglicht, sich gegenseitig beim Zocken kurz über die Schulter zu schauen um sich beispielsweise im Spiel weiter zu helfen.

Was haltet ihr vom neuen Steam Broadcasting Feature? Werdet ihr es nutzen bzw. habt ihr es sogar schon ausprobiert? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.


Über den Autor
Sascha Stieglitz | Redakteur / Marketing

Stiegi hat vor vielen Jahren auf dem 386er angefangen, sich für Videopspiele zu interessieren und zockt heute auf PC genauso wie auf Konsole und Android, am liebsten wenn eine gute Story dabei erzählt wird. Als Corsuals Marketing Director ist er außerdem für den reibungslosen Ablauf von Kampagnen verantwortlich.


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