Pandaemonic Review

Pandaemonic Review

Review

Infernalische Invasion im Browser

Pandaemonic: Lords of Legions ist kostenlose Fantasystrategie im Browser, in der sich die Fürsten der Hölle aufmachen, die Oberwelt zu erobern. Dabei greift Entwickler Slipshift weniger den immerwährenden Krieg zwischen Gut und Böse auf, sondern legt den Fokus auf die Invasoren: Die dämonischen Lords befinden sich im Wettstreit untereinander, wer von ihnen am meisten der neuen Welt an sich reißen kann und zum Erzdämon aufsteigt.

 


Machtausweitung in einer neuen Welt

Nach dem Aufbrechen von Dimensionsrissen sehen sich die einheimischen Wylar mit einer infernalischen Invasion durch Dämonen konfrontiert und wehren sich nach Kräften. Als Spieler schlägt man sich auf die Seite der fiesen Invasoren und kämpft als einer der Dämonenlords um sein Stückchen vom Kuchen. Dazu benötigt muss man sich erst mal in der neuen Dimension festsetzen - rund um den eigenen Schattenthron lässt man versklavte Wykar am Bau einer Festung schuften, die eure Machtposition in der neuen Welt festigt.

Das Spiel lässt sich in einen Vollbildmodus umschalten, der euch umso tiefer in das detailreiche Design des düsteren Fantasy-Titels eintauchen lässt. Die Gebietskarten werden als isometrisches 2D dargestellt, der Blick auf eure dämonische Festung lässt sich nicht rotieren oder zoomen, lediglich das Verschieben des Bildausschnitts ist möglich. Am linken Bildschirmrand habt ihr Rohstoffe im Blick, rechts verweilen eure Berater, rechts oben führt euch ein Globus zur Weltkarte. Auf der Weltkarte kann man sich einen Überblick über die Nachbarschaft verschaffen - andere Festungen und NPC-Siedlungen sind hier ebenso vermerkt wie die "Bonusfelder", die dem Abbau ausgewählter Rohstoffe kräftig auf die Sprünge helfen. Die Wylar agieren als NPC-Fraktion, die Stärkeen ihrer Stützpunkte lassen sich anhand der vermerkten Stufe einschätzen. Auch wenn hier fette Beute lockt, manche Städte können erst durch mächtige Dämonenfürsten von der Karte getilgt werden. Mit höherer Stufe bewegt ihr mehrere Dämonenlegionen gleichzeitig über die Karte, wobei deren Vormarsch je nach Entfernung mehr oder weniger lange dauert. Die Marschgeschwindigkeit ist auch eine Frage der Truppen, da bestimmte Dämonen schneller unterwegs sind als andere

 


Werkeln am dämonischen Bollwerk

Der erwähnte Thron und seine Ausbaustufe bestimmen das Ausmaß der Bauflächen, die in seinem Umfeld nutzbar werden. Der grundlegende Baustoff ist dabei Knochen - und Knochengruben gehören bei einem nach Blut dürstenden Höllenfürsten zum guten Ton. Schwefel gewinnt im Spielverlauf zunehmend an Bedeutung, er lässt sich in entsprechenden Minen abbauen. Höherwertige Bauten verlangen immer größere Mengen Obsidian, ein seltenes vulkanisches Glas, dem das Chaos innewohnt. Nach Obsidian könnt ihr an unterirdischen Vulkanen schürfen. Doch um euch in der Welt der Sterblichen endgültig festzusetzen, müsst ihr deren Angst schüren - dieser vierte Rohstoff ernährt eure Dämonen und ist deshalb für den Unterhalt eurer Legion unverzichtbar. Geht das Gleichgewicht aus erzeugter und konsumierter Angst verloren, verlieren eure Armeen den Halt in der irdischen Dimension. Um Angst aus dem Äther zu filtern, baut ihr ein Kabinett des Grauens.

Um die Produktivität der Rohstoffgewinnung zu steigern, baut ihr die einzelnen Produktionsstätten aus, ein Anstieg des Spielerlevels gewährt einen globalen Bonus. Mit Lagern erhöht ihr den Stauraum für eure Rohstoffe und schafft die Grundlagen für den Handel mit Überschüssen, andere Gebäude dienen dem Ausbau eurer Legion.

In den Gebieten werden Anlagen auf vorgegebenen Slots errichtet, die für einige Bauten oder nur ganz spezielle geeignet sind. Abbaugruben sind im unteren Bereich der Gebietskarte angesiedelt. Entsprechend unterscheidet das Spiel Festungsbauten und Rohstoffgebäude. Nach einer Bauschleife steht der gewünschte Neubau. Alle Gebäude lassen sich schrittweise aufstufen. Die Möglichkeit dazu ist unter anderem an den Spielerlevel und die benötigten Rohstoffe gebunden, aber andere Gebäude der Festung müssen mit der Aufstufung mithalten. Um ein Gebäude zu seiner ultimativen Form auszubauen, benötigt ihr eine Rune, die so selten ist, dass ihr euch ihre Verwendung für diesen oder jenen Zweck gut überlegen müsst. Herabstufen ist ebenso möglich, bis hin zum Abriss überflüssig gewordener Konstruktionen.

 


Stellt euch euren Dämonen

Pandaemonic begleitet euch in der Startphase mit einem Tutorial, in dem sich gleich drei Berater mit unterschiedlichen Spezialgebieten zu Wort melden. Eure Beraterin Luccia legt euch das Erwirtschaften ausreichender Rohstoffreserven eindringlich nahe. Es gilt die eigene Stellung zu festigen, denn nicht alle Lords nehmen die Ankunft neuer Dämonen untätig hin. So geht der erste Angriff auch nicht von den Wylar aus, sondern von einem anderen dämonischen Fürsten.

Quests berühren die Spielaspekte Wirtschaft, Fortschritt und Militär. Habt ihr einen der konkreten Aufträge erfüllt, könnt ihr im Questmenü eine Belohnung einstreichen. Die Berater zeichnen euch so den Pfad vor, den ihr als Lord beschreiten müsst, um eure Festung und eure Legion zu stärken.

Als Lord hat man zudem einen Spielerlevel, der nicht über Erfahrung allein steigt, sondern auch das Erbeuten von Kristallen erfordert. So lockt euch das Spiel in die offensiven Gameplay-Aspekte, denn die Kristalle fallen euch beim Plündern von NPC-Siedlungen und Mitspielern in den Schoß. Ein nettes Detail der Plünderungen: Ihr solltet nicht nur Truppen, sondern auch eure Lastesel, die versklavten Wylar, mitschicken. Je mehr der Träger das Überfallkommando begleiten, desto mehr Beute kann zurück zur Festung geschleppt werden.

Vor jeder Offensive müsst ihr eine Armee ausheben. Eure finsteren Kreaturen schälen sich aus den Brutstätten, hier schlüpfen mit den Imps Rohfassungen von Dämonen, die an sich noch keine kämpferischen Qualitäten haben. Sie lassen sich in der "Wiege des Zorns" zu unterschiedlichen Kriegern prägen. Je mächtiger der Dämon, desto höher der erforderliche Spielerlevel und desto länger das verbundene Beschwörungsritual. 'Niedere Dämonen' sind die Basiskämpfer und das Rückgrat eurer Legion, die 'Reißende Bestie' ist die Speerspitze eures Angriffs, 'Golems' sind die wuchtigen Verteidiger in euren Reihen. Eine breite Auswahl an Einheiten wartet darauf, im Spielverlauf freigeschaltet zu werden. Alle Einheitentypen können zudem noch verbessert werden. Die einzelnen Dämonen unterscheiden sich in Werten wie Schaden, Panzerung oder Geschwindigkeit, aber auch dem Ausmaß der Angst, das sie konsumieren. Mit einer Späher-Einheit holt ihr Informationen über ferne Gebiete und die Truppenstärke von Mitspielern ein. Es gilt dann, eure Einheiten gemäß der erspähten Infos so zusammenzustellen, dass sie den Aufbau der gegnerischen Truppe kontern. Für die Schlachten steht euer Höllenfürst nicht vom Sessel auf, stattdessen blättern seine knochigen Finger durch einen Bericht. Er enthält eine Aufstellung eurer Verluste und - solltet ihr Städte attackiert haben - eurer Beute.

 


Im Pakt mit dem Teufel nebenan

Fortgeschrittene Spieler sind in der Lage, ihren Einflussbereich durch weitere Festungen auszuweiten. Den Level und die nötigen Ressourcen vorausgesetzt, könnt ihr eine freie Kluft für euch erobern und eine neue Basis errichten. Per Auswahlmenü wechselt ihr dann zwischen den Stützpunkten eures Feldzuges. Dass euer Aufstieg an die Spitze vom Spiel als langfristige Unternehmung angelegt ist, kann man schon am Anfängerschutz ablesen: Ganze zwei ungestörte Wochen stehen neuen Spieler für den Aufbau ihrer Basis zur Verfügung, bevor Kampf gegen Mitspieler ein Thema wird.  Pandaemonic erlaubt euch ohne Weiteres, euch über Chat und Nachrichtensystem mit anderen Spielern auszutauschen. Wollt ihr Freundschaften in das Gameplay einbeziehen, müsst ihr dafür ein bestimmtes Gebäude errichten: Ab Spielerlevel 4 dürft ihr das Dämmerhorn bauen, das euch einen diplomatischen Kanal zu Mitspielern eröffnet und den Beitritt zu Gilden erlaubt. Stuft ihr das Dämmerhorn ausreichend auf, dürft ihr selbst eine neue Gilde formieren. 
Diplomatie ist ein wichtiger Spielaspekt, der Pakt mit einem befreundeten Lord verleiht euch die Schlagkraft, um gemeinsamen Widersachern Einhalt zu gebieten. Dazu schickt ihr einen Teil eurer eigenen Truppen in die Festung eures Freundes, die ihm dann bei der Verteidigung seines Stützpunkts beistehen. Seid ihr selbst in Bedrängnis, wird der Mitspieler sich hoffentlich revanchieren. Alternativ kann man sich auch direkt durch nützliche Geschenke unter die Arme greifen. Pandaemonic hat einen Shop für Buff-Items, also aktivierbare Boni, die eure Baugeschwindigkeit, Rohstoffgewinnung etc. für eine bestimmte Zeit erhöhen. Solche Items fallen auch als Quest- und Treuebelohnungen ab. Sie werden in eurem Inventar abgelegt und warten auf Aktivierung. Gegen Seelensteine, der Premiumwährung von Pandaemonic, lässt sich hier auch Rohstoffknappheit überbrücken.

 



Über den Autor
Christina | Editor/Redakteurin

Christina ist eine Expertin wenn es um Browserspiele geht. Egal ob MMO oder Gelegenheitsspiele - Christina kann sich für alles begeistern.


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