Panzar

 

Panzar Review

Während Free to Play Spiele einst immer persistente Online Rollenspielwelten mit Quests, Dungeons und PvP Arenen waren, scheint sich diese Spielart inzwischen immer mehr in eine andere, Action-lastigere Richtung zu entwickeln.

Kurze und rundenbasierte Partien voll mit Gemetzel und Fortschritt, wie man es aus den MMORPGs kennt. Das ist offenbar der aktuelle Trend und Panzar bietet genau das. Kreiert einen Charakter, wählt eine Klasse, tretet einem Spiel bei, schlagt das gegnerische Team, sammelt Erfahrung und Crafting Material, verbessert euren Charakter und wiederholt es bis ihr der beste Kämpfer seid oder euch langweilig wird.


Auf das Wesentliche reduziert

Womöglich liegt es daran, dass man die Entwicklungskosten möglichst niedrig halten will oder vielleicht wollen die Spieler allgemein eher kürzere Spielerfahrungen wollen, um sich während der kleinen Lücken im Alltag die Zeit zu vertreiben, aber inzwischen erscheinen unzählige solcher Spiele. Abgespeckte MMORPG Erfahrungen die sich die Essenz der PvP Arenen und die RPG Mechaniken nehmen und auf das Grinden verzichten.

Ich bin ganz ehrlich: das ist nicht meine Art von Spiel. Ich bevorzuge tiefgründigere PvP Kämpfe und die Idee einfach nur einem Spiel beizutreten und eine Gruppe von anderen Spielern einfach immer wieder und wieder zu erledigen reizt mich wenig. Das ist jedoch der Kern der meisten Ego-Shooter und das macht im Grunde das Konzept dieser Spiele aus: sie sind die Verknüpfung von RPG und Online-Shooter, was ziemlich gut ankommen dürfte.


FPSRPG?

Es ist sicher in keinster Weise ein wirklich neues Konzept. Trotzdem, mit dem Free to Play Boom wird man es in Zukunft wohl sehr oft zu sehen bekommen. Ich erinnere mich noch an alte Mods, die Warcraft 3 Helden in Shootern einbauten und so das Aufleveln und die Spezialfähigkeiten von WC 3 ins Spiel brachten. Das machte damals eine Menge Spaß.

Panzar ist im Grunde eine aufpolierte und eigenständige Free to Play Variante dieses alten Konzepts und es ziemlich gut umgesetzt worden. Ihr beginnt damit, euch eine Klasse auszusuchen – erwartet aber keine individuellen Möglichkeiten zur Charakter-Erstellung, denn es gibt wirklich nur die grundlegendsten RPG Elemente (nur über das Crafting könnt ihr euren Helden etwas mehr anpassen) – die euch mit Heilern, Ingenieuren, Magiern und Kriegern das Übliche bieten. Natürlich haben alle eigene Bezeichnungen, aber man erkennt schnell, wofür sie gut sind und alle haben die typischen Talent-Bäume, welche die stereotype Herkunft widerspiegeln.


Rezeptur des Sieges

Nachdem ihr eine Charakter erstellt und ein Paar Partien absolviert habt, erhöht ihr euren Level, wählt einen neuen Skill, um das Arsenal eures Charakters zu erweitern und kennt den Aufbau des Spiels. Es ist simpel und doch auf seine Art elegant: das Kämpfen geht gut von der Hand, obwohl es sich etwas körperlos anfühlt und die Umgebungen sind zwar limitiert aber dafür abwechslungsreich und eine echte Augenweide.

Die meiste Freude hatte ich aber mit dem Crafting-System. Nach jeder Partie bekommt ihr eine Reihe von Rohstoffen, vergleichbar mit denen in einem MMORPG, die ihr zum Bau von Gegenständen und Ausrüstung nutzen könnt, sobald ihr das nötige Rezept erstanden habt. Das ist großartig, denn es ist eine weitere Verbindung zu den Fantasy-RPG Wurzeln und es verleiht der Entwicklung eures Charakters mehr Tiefe.

Leider zeigt sich im Crafting aber auch die wahre Natur des in-game-Währungssystems: zwar könnt ihr auch in-game Gold zum Kauf von Rezepten und Materialien nutzen, aber mit den Edelsteinen geht es um ein Vielfaches schneller. Wenn ihr also nicht bereit seid, echtes Geld zu investieren, dann müsst ihr euch darauf einstellen, eine Menge Zeit mit dem Sammeln von Gold zu verbringen.


Corsual Fazit: CORE

Panzar ist sicher kein Casual Spiel, aber es ist hervorragend für etwas Action zwischendurch. Es ist nicht ganz so leicht zu erlernen und schwer, richtig gut werden, aber es genug Abwechslung um euch auch auf längere Sicht im Spiel zu beschäftigen. Allerdings wird die Art und Weise, wie ihr euren Charakter verbessert wohl dafür sorgen, dass viele Spieler weit mehr Zeit mit dem Grinden als mit dem Verbessern ihres Charakters verbringen werden... solange sie keine dicke Brieftasche haben.


 
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