Project Eco Planet Review

Project Eco Planet Review

Review

Unterwegs als intergalaktisches Reinigungs-Kommando

Entwickler Nest41 verquirlt mit dem Sci-Fi-Browserspiel Project Eco Planet Aufbaustrategie, Gärtnern und Towerdefense zu einem frischen Genre-Mix und verpackt das ganze in charmanter Grafik.

In dem an sich kostenlos spielbaren Titel übernimmt man die Rolle einer galaktischen Übermutter, die die ökologische Achtlosigkeit fremder Zivilisationen kurzerhand ausbügelt. Mit dem eigenen Raumschiff und einem Aufgebot an Recycling-Robotern bereisen wir das Weltall und machen vermüllte Planeten wieder grün. Dabei erlaubt einem das Game jederzeit, befreundete Mitspieler für die Aufräumaktionen einzuspannen.

 


Hilfsbereite Blech-Roboter packen an

Die Benutzeroberfläche des Hauptspielmodus ist ein isometrisch dargestellter Ausschnitt einer Landschaft, der sich in die gewünschte Richtung verschieben lässt. Der Blick auf die fremde Welt wird von allen wichtigen Anzeigen und Bedienelementen eingerahmt. Über ein ausklappbares Fenster rufen wir alle wichtigen Informationen über den besuchten Planeten ab. Am oberen Rand links behalten wir unsere Ressourcen im Blick, Project Eco Planet unterscheidet zudem noch Ecopunkte und Sonnenpunkte. Darunter gibt uns eine Fortschrittsleiste Aufschluss über den Stand des gerade laufenden Recycling-Kreuzzugs - angegeben als Gewicht des Abfalls, dessen Beseitigung bis zur Säuberung des Planeten noch aussteht. Am unteren linken Rand sind die laufenden Aufgaben eingeblendet, rechts ist ein minimierbares Chatfenster angedockt. Oben rechts ist das Hauptmenü untergebracht, hier lassen sich einige der Coop-Funktionen abrufen, zudem findet man hier die Spielhilfe und eine Aufstellung bisheriger Erfolge. Direkt darunter wechseln wir zu den anderen Ansichten wie der Sternenkarte, das eigene Raumschiff oder die dort untergebrachten Gewächshäuser.

Unsere Crew und Roboter sind in einem andeutungsweise japanischen Comic-Stil gehalten. Ausgerechnet die Bots sorgen für Leben auf dem Bildschirm, da sie überall ringsherum um den Landeplatz des Schiffes Arbeiten verrichten, die dem Begrünen der kargen Oberfläche dienen. Sie versprühen einen freundlichen, harmlosen Charme. Vieles am Spiel, angefangen bei seiner optimistischen Öko-Ideologie bis hin zum visuellen Design ruft Erinnerungen an die Sci-Fi-Visionen der 70er und 80er Jahre wahr, wie sie etwa im "Captain Future"-Zeichentrick lebendig wurden. Alles lässt sich bewältigen, jede Verschmutzung beseitigen - man muss das Projekt nur anpacken, so die Botschaft. Also krempeln wir die Ärmel hoch und machen uns an die Arbeit.


Öko-Tourismus zwischen den Sternen

In Project Eco Planet reist der Spieler von Planet zu Planet und befreit ihre Umwelten Himmelskörper von immer schwerwiegenderen Ausmaßen an Verschmutzung.  Durch unseren wachsenden Erfahrungsschatz und technologischen Fortschritt werden wir dabei immer effektiver und können uns den wachsenden Herausforderungen stellen. Auf einem der Himmelskörper angekommen, folgen wir einer Quest-Reihe, die auf die Probleme des jeweiligen Planeten eingeht. In der Regel führen wir erste Müllberge dem Recycling zu und beginnen damit, die frei gewordenen Flächen zu begrünen und den Planeten mit alternativen Energiequellen auszustatten. Für jeden Schritt gibt es Roboter: Ein Recycling-Bot sammelt die nützlichen Ressourcen Eisen, Aluminium, Glas, Papier und Plastik, aus dem verbleibenden Haufen Abfall wird Biomüll. Ein Farmer-Bot gewinnt daraus Ackerland und kann schließlich eine grüne Wiese oder sogar Wald auf der ehemals wüsten Parzelle entstehen lassen. Alternativ entsteht auf der Biomüll-Grube ein Kraftwerk. Da die Verschmutzung aller besuchten Planeten auf deren unachtsame Bewohner zurückgeht, findet man auch die Bauten fremder Zivilisationen vor. Auch die lassen sich mit Hilfe des Spielers ökologisch aufbessern. Aus einer Kraftwerksruine wird so zur Wind- oder Solaranlage. Auch für eine Luft verpestende Stadt haben wir einen Aktionsplan, die werden kurzerhand in eine "vergessene Stadt" umgekrempelt, die sich in ihrer Natürlichkeit nahtlos in die Umwelt einfügt.

Die Weiterreise können wir erst antreten, wenn wir uns das Spritgeld verdient haben: Ohne einen gewissen Betrag verdienter Ecopunkte bleibt unser Schiff am Boden. Die Punkte fallen bei Müllbeseitigung und Quests an. Sie dienen aber nicht nur der Weiterreise unseres Raumschiffs, sondern auch der Aufbesserung der Schiffssysteme.


Mein Multitool, das Raumschiff

Das Raumschiff unterteilt sich in verschiedene Spezialmodule, angefangen bei der Brücke am Bug. Sie ist der Ansatzpunkt für technologische Upgrades, ihr Level gibt den Raumschifflevel vor, keine der anderen Anlagen kann weiter ausgebaut werden als die Brücke. Von hier aus wählen wir auch unser nächstes Reiseziel.

Mit an Bord ist auch ein Labor, hier wird die Forschung zur Verbesserung der Bauten und Roboter betrieben. Dazu muss ein Ingenieursroboter abgestellt werden, der sich dann dem Freischalten der Upgrades widmet. Die reichen von der Antriebstechnik des Schiffs bis zur Botanik, die beim Begrünen der Planeten zum Einsatz kommt. Als für den Kampfmodus nützliche Forschungsgebiete sind Rüstung, Robotik und Plasma zu nennen: Sie erlauben der Roboterfabrik den Bau stärkerer Helfer, die unseren Parzellen bewachen.  Das Schiff hat außerdem einen aufrüstbaren Monster-Radar und einen Kapselwerfer, der den Landeplatz und frischen Grünflächen gegen herumstreifende Umweltsünder verteidigt.

Im Gewächshaus entstehen die Setzlinge für das Begrünen, in unserem Erntelager bringen wir die Erträge grüner Parzellen unter. Für die gesammelten Ressourcen und die erzeugte Energie hat unser Schiff jeweils weitere Speicher. In der schiffseigenen Biofabrik lassen sich dann Robotermunition und Kapseln herstellen. Das Spaceship erlaubt uns zudem den Besuch des galaktischen Marktes, um mit überschüssigen Ressourcen zu handeln. Im Spielverlauf können wir alle Anlagen des Schiffs nach und nach aufstufen, jeweils vierzehn Verbesserungen warten auf ihre Umsetzung. So wird das Schiff zur immer effektiveren Recycling-Basis.

 


Unterhaltsames Gameplay-Patchwork

Bemerkenswert an Project Eco Planet ist die nahtlose Einbindung weiterer Spielmodi, die sich vom Gameplay stark von den Hauptaufgaben des Spielers unterscheiden. Die Aufzucht von Jungpflanzen in unserem Gewächshaus erinnert an ein Farmspiel, hier haben wir je nach Ausbaustufe mehr oder weniger freie Flächen zur Verfügung, wir pflanzen Verschiedenes an, gießen und entnehmen die umzugsbereiten Setzlinge für die Außengebiete.

Ein anderer Modus eröffnet sich in Verteidigungs- oder Angriffssituationen. Maschinenmonster wehren sich gegen unsere Aufräum-Aktion, verteidigen die verlassenen Städte gegen die Renovierungsversuche und greifen die begrünten Gebiete an, um unsere Roboter  gefangen zu nehmen. Im einzigen kampforientierten Gameplay-Aspekt des Spiels lässt man seine Wachroboter und Kundschafter antreten, um das Schlimmste zu verhindern. Hier beginnt ein Tower-Defense-Spiel, in der sich eine Horde Schrottmonster auf uns zubewegt und wir mit Einsatz unserer Wach-Bots alles mögliche anstellen, um ihre Bewegung zu verlangsamen und sie schließlich zu stoppen. Der Einsatz einfallsreiche Spezialitems greifen uns dabei unter die Arme. Am Ende haben wir die Monster hoffentlich endgültig verschrottet. In diesem Modus lässt sich die Schwierigkeit auch hochdrehen, um mehr Ressourcen aus dem Minispiel zu quetschen.

Diese Tower-Defense-Einlagen lassen sich auch kooperativ mit anderen Spielern bestreiten. Project Eco Planet kennt keinen Konkurrenzkampf zwischen Spielern, die Rettung der Planeten ist die gemeinsame Mission. Entsprechend gibt einem das Spiel Möglichkeiten, bei bis zu acht Freunden mit anzupacken.

 



Über den Autor
Christina | Editor/Redakteurin

Christina ist eine Expertin wenn es um Browserspiele geht. Egal ob MMO oder Gelegenheitsspiele - Christina kann sich für alles begeistern.


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