Remanum

Remanum Review

Review

Willkommen daheim!

Ihr mögt vielschichtige Produktionsketten und anspruchsvolle Handelsfunktionen? Dann solltet ihr euch das Browsergame Remanum genauer anschauen, denn hier finden geschickte Händler eine komplexe Handelssimulation im antiken Setting.

Wie in so vielen anderen Spielen auch beginnt in Remenum alles mit der Erstellung des eigenen Avatars. Je nachdem, welche Welt ihr für euer Spiel gewählt habt, könnt ihr euch im Anschluss für eine neue Heimat entscheiden. Zur Auswahl stehen dabei zahlreiche antike Mittelmeerstädte wie Aquileia, Nepolis, Syracusae, Carthago, Alexandria, Byzantium, Antiochia, Athenae oder Massilia. Von der Wahl des Standorts hängt auch euer Startkapital ab, dass in Remanum in Denaren gezählt wird. Sind alle Entscheidungen getroffen, befördert euch das Spiel auch direkt zu eurem neuen Anwesen, das aber zu Beginn noch recht leer ist: Außer der Anlegestelle, einem Lager, einem Versammlungsplatz und eurer Residenz werdet ihr nicht viel vorfinden. Immerhin bekommt ihr gleich im Tutorial eine Einführung in alle wichtigen Funktionen, sodass ihr bereits nach einigen Minuten eure ersten Produktionsgebäuden bewundern könnt.


Komplexe Produktionen

Euer Anwesen ist unterteilt in zwei unterschiedliche Arten von Bauplätzen: Die Landbauplätze sind für Rohstoffproduzierende Gebäude, wie zum Beispiel Lehmgruben, Eisenminen oder Latifundien, gedacht. Sie liefern die Grundlage für alle weiteren Produktionen und unterscheiden sich von Stadt zu Stadt, da nicht überall dieselben Rohstoffe angebaut werden können.

Zwar lassen sich bereits diese Rohstoffe verkaufen; aber durch eine Veredelung in einer Produktion lassen sich natürlich deutlich höhere Preise erzielen. Hier kommt die zweite Art Bauplatz ins Spiel: die Stadtbauplätze. Hier könnt ihr Handwerksbetriebe wie Apotheken, Brennereien, Sägewerke oder Schreinereien errichten, die eure Rohstoffe weiterverarbeiten. Dabei können einige Waren sogar in mehreren Produktionszweigen verwendet werden: Holz lässt sich zum Beispiel sowohl im Sägewerk als auch in der Schreinerei und beim Stellmacher verarbeiten. Heraus kommen dabei stets unterschiedliche Waren, die selbst manchmal nur Zwischenprodukte sind. Hier zeigt Remanum seine Komplexität und bietet auch erfahrenen Spielern viel Raum zum Experimentieren.

Um Gebäude errichten zu können, benötigt ihr aber nicht nur einen freien Bauplatz, sondern auch Geld: Jedes Gebäude muss mit Denaren bezahlt werden, bevor es errichtet werden kann. Außerdem benötigt ihr eine gewisse Anzahl an Ansehenspunkten. Diese bekommt ihr im Laufe der Zeit automatisch, könnt die Rate aber durch das Aufwerten bestimmter Gebäude und durch spezielle Aktionen wie das Feiern von Festen beschleunigen. Je mehr Gebäude ihr errichtet, desto höher muss euer Ansehen für das nächste Bauvorhaben sein. Auf diese Weise schränkt Remanum eure Baumöglichkeiten ein und erfordert vorausschauende Planung und geschicktes Vorgehen.


Geschulte Arbeitskräfte

Ganz gleich, welche Gebäude ihr errichtet, keines wird ohne Arbeiter funktionieren. Diese könnt ihr am Versammlungsplatz anwerben, da sie dort in bestimmten Abständen erscheinen. Je weiter eure Gebäude ausgebaut sind, desto mehr Arbeiter lassen sich dort einsetzen. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Produktivität. Wollt ihr also die Produktion ankurbeln, empfiehlt es sich, dem Gebäude mehr Arbeiter zuzuteilen. Eine andere Möglichkeit ist, erfahrene Arbeitskräfte zu verwenden: Remanum unterscheidet nämlich zwischen einfachen Handlangern, Facharbeitern und Meistern. Um einen Handlanger zu einem Facharbeiter bzw. einen Facharbeiter zu einem Meister auszubilden, benötigt ihr Ausbildungspunkte. Diese bekommt ihr in regelmäßigen Abständen automatisch; ihr könnt jedoch die Zuwachsrate durch den Ausbau bestimmter Stadtgebäude erhöhen.

Wollt ihr eure Betriebe noch weiter fördern, könnt ihr euren Charakter ebenfalls dort einsetzen; dies funktioniert aber natürlich nur in einem Gebäude. Auf diese Weise könnt ihr die Produktion geschickt steuern und dafür sorgen, dass vielleicht sogar ein Landbetrieb ausreicht, um zwei Stadtbetriebe zu versorgen. Oder ihr könnt kurzzeitig die Produktion bestimmter Waren ankurbeln, wenn ihr sie dringend benötigt.


Der Handel

Amphoren, Leinen, Schmuck: All das will nicht nur produziert, sondern auch verkauft werden. Schließlich braucht ihr für den Bau neuer Gebäude und den Ausbau eurer Residenz jede Menge Denare.

Um eure Waren unters Volk zu bringen, bietet euch Remanum verschiedene Möglichkeiten an: Zum einen wäre da der Marktplatz, auf dem ihr eure Waren an die lokale Bevölkerung verkaufen könnt. Hier stellt ihr einfach die gewünschte Verkaufsmenge und den -preis ein. Abhängig davon, wie viel ihr für eure Waren verlangt, müsst ihr nun eine bestimmte Zeit warten, bis alle Güter über die Ladentheke gewandert sind. Je günstiger ihr sie also verkauft, desto schneller bekommt ihr Geld. Ähnlich funktioniert dies beim Kauf auf dem Marktplatz: Hier seht ihr die Angebote anderer Mitspieler und könnt euch mit Waren eindecken; allerdings nur zum festgesetzten Preis, der manchmal ziemlich happig sein kann.

Ganz anders geht es dagegen an der Börse zu: Hier finden nämlich nur Auktionen statt, bei denen der Höchstbietende den Zuschlag erhält. Auch hier könnt ihr eure Waren anbieten und die Verkaufsmenge einstellen; nur der festgelegte Verkaufspreis entfällt. Ihr könnt einzig einen Stückpreis eingeben, falls ein Käufer sich für den Sofortkauf entscheidet. Dann erhaltet ihr automatisch den zuvor festlegten Preis gutgeschrieben. Als Käufer kann man also auch sofort zuschlagen, sollte die Zeit drängen.

Waren lassen sich aber nicht nur am Marktplatz und der Heimatbörse verkaufen, sondern auch in anderen Städten: Auch dort könnt ihr eure Waren anbieten, allerdings müsst ihr sie dann zunächst per Schiff dorthin transportieren. Gleiches gilt für Einkäufe, die ihr in fremden Städten tätigt. Wer nicht auf seine Waren warten möchte, muss sich also daheim umschauen. Leider gibt es aber nicht alle Güter in allen Städten zu kaufen, sodass ihr früher oder später fast schon gezwungen seid, auch andere Orte zu besuchen.

Die Zahl eurer Transportschiffe und deren Geschwindigkeit hängen dabei von der Ausbaustufe eurer Anlegestelle und den dort eingesetzten Arbeitskräften ab. Welche Städte für euch erreichbar sind, wird dagegen durch den Hafen in der Stadt beeinflusst: Je größer dieser ist, desto mehr Handelsrouten könnt ihr nutzen.


Die Stadt

Wer sein eigenes Anwesen verlässt und sich in die Stadt begibt, kann dort zahlreiche Gebäude entdecken. Neben der bereits erwähnten Börse und dem Hafen findet ihr dort auch eine Akademie, ein Kolloseum, eine Kaserne, die Kornkammer und das Orakel. All diese Gebäude sind nicht nur zur Zier, sondern haben alle bestimmte Funktionen: Die Akademie bestimmt beispielsweise, wie viele Ausbildungspunkte jeder Spieler pro Tag bekommt, während die Kaserne die Durchführung von Feldzügen ermöglicht, mit denen exotische Waren in die Stadt kommen. Wer dagegen dem Orakel einen Besuch abstattet, bekommt neben wertvollen Tipps auch einige Güter geschenkt. Die Ausbaustufen der einzelnen Stadtgebäude beeinflussen dabei die Boni, die euch die Gebäude liefern. Daher sollten alle Spieler bestrebt sein, den Ausbau zu unterstützten, indem sie Geld und Waren spenden. Damit kann der entsprechende Amtsinhaber dann das Gebäude ausbauen.

Apropos Ämter: In jeder Stadt gibt es besondere Posten, die von allen in der Stadt ansässigen Spielern gewählt werden. Wer sich also zum Ädil, Kurator, Quästor, Tribun oder gar Konsul wählen lassen möchte, kann sich einmal pro Woche bewerben und zur Wahl stellen. Mit etwas Glück könnt ihr dann das Amt bekleiden und nützliche Gesetze erlassen.

Remanum ist eine ungewöhnlich vielschichtige und komplexe Handelssimulation, die Spielern jede Menge Möglichkeiten und Abwechslung bietet. Wer sich also schon immer einmal als antiker Händler versuchen wollte, sollte das Spiel unbedingt ausprobieren.



Über den Autor
Viktor | Editor/Redakteur

Viktor ist ein großer Fan von Glegenheitsspielen im Browser. Außerdem ist er äußerst aktiv in Sachen Social Games.


comments powered by Disqus