SKILL Review

Kann ein Free to Play Shooter eine ernsthafte Konkurrenz für Call of Duty sein?

Skill Special Force 2 Shooter Gameforge Review Teaser

Konkurrenzkampf

Spätestens seit dem ersten Modern Warfare ist die Call of Duty-Reihe zum Synonym für schnelle Online-Shooter geworden. Einst war dieses Genre von Epic Games und id Software dominiert worden, die mit ihren Titeln quasi den Online-Shooter erst erfunden haben, doch inzwischen haben zwei andere Firmen ihre Plätze eingenommen. Auf der einen Seite ist es DICE mit seiner Battlefield-Reihe und auf der anderen Seite findet man Activision mit den modernen Call of Duty-Spielen.

Letztere sind auch finanziell seit Jahren absolute Spitzenreiter und bislang sieht es noch nicht so aus, als würden sich diese imposanten Verkaufszahlen allzu bald wieder normalisieren. Dabei müssen Activisions Entwickler-Teams noch nicht mal wirklich viel an der Formel ändern, um jährlich einen neuen Titel auf den Markt zu werfen, der sich dann auch noch gut verkauft.

Bei solchen Erfolgsgeschichten dauert es natürlich nie lange, bis sich auch andere an dieser bewährten Formel versuchen und dem Platzhirsch Konkurrenz machen wollen. Im Fall von Call of Duty sind das jedoch nicht nur die Blockbuster von EA, wie zum Beispiel Medal of Honor oder Battlefield 4. Auch im Free to Play-Markt finden sich immer mehr Entwickler, die den großen Shootern ihre Fanbase streitig machen wollen.


Dauerfeuer

Mit SKILL schickt jetzt auch der koreanische Entwickler Dragonfly einen Kandidaten ins Online-Rennen und hofft, Shooter-Begeisterte Spieler für sich gewinnen zu können. Damit zumindest im technischen Bereich nichts schiefgehen kann, hat man ein wenig Geld investiert und von EPIC die Unreal Engine 3 lizenziert, die inzwischen in unzähligen Spielen zum Einsatz kommt und insbesondere im Shooter-Genre einen sehr guten Ruf genießt. Optisch kann der Titel zwar nicht mit den Aushängeschildern der Engine konkurrieren, aber für einen Free to Play-Titel macht es dennoch eine gute Figur.

Den technischen Hintergrund merkt man dem Spiel auch spielerisch irgendwie an, denn die grundlegenden Mechaniken funktionieren einwandfrei und unterscheiden sich kaum von anderen Shootern. Der Weg über die Schlachtfelder und das Anvisieren der Gegner geht gut von der Hand und gibt wenig Anlass für Kritik. Experimente gibt es hier keine, so dass ihr in klassischer Genre-Manier mit der Waffe im Anschlag umhersprintet und nach dem nächsten Opfer sucht. Hier merkt man auch deutlich, dass der Fokus auf schneller und unkomplizierter Action liegt und man auf Realismus oder taktischen Ballast größtenteils verzichtet hat.


Bekanntes Terrain

Neben dem üblichen Deathmatch-Modus, den ihr wahlweise allein oder in zwei Teams spielen könnt, hat man aber auch noch eine handvoll weiterer Modi eingebaut, die hier und da zumindest teilweise ein wenig Strategie und Teamplay erfordern.

So werden sich Counter-Strike-Veteranen vor allem im Blasting-Modus austoben, bei dem es, ganz wie in Valves Klassiker, darum geht, eine Bombe zu platzieren bzw. das andere Team daran zu hindern. Da das Spiel jedoch deutlich schneller ist und auch die Waffen etwas einfacher zu handhaben sind, laufen die Partien hier meist etwas rasanter ab, so dass auch die Wartezeiten für ausgeschiedene Spieler in der Regel etwas kürzer ausfallen.

Bei Seizure stand hingegen das gute alte Capture the Flag Pate, das Shooter-Freunde schon seit Mitte der Neunziger mit- und gegeneinander spielen. In SKILL gibt es jedoch nur eine einzelne Fahne und dementsprechend nur eine Basis. Die Fahne wird hier durch Geheimdienst-Infos symbolisiert, die vom einen Team verteidigt und vom anderen gestohlen werden müssen. Gewinnt eine Seite, dann wird gewechselt.

Darüber hinaus hat man sich auch noch ein paar ungewöhnlichere Varianten einfallen lassen, die für Kurzweil sorgen. Als Weihnachts-Special hat man eine Art virtuelle Schneeball-Schlacht hinzugefügt, in der man mit Schneebällen oder gefrorenen Gegenständen auf den Gegener wirft. Passend zum neuen Survival-Modus in Call of Duty Ghosts hat man auch einen Modus entworfen, in dem eine Gruppe Marines gegen Außerirdische antreten muss, die sich aus verschiedenen Klassen zusammensetzen und mit besonderen Fähigkeiten wie z.B. einer Tarnung ausgestattet wurden. Zu guter Letzt gibt es auch noch einen Party-Modus, bei dem beide Teams jeweils auf einer Glasplattform starten und versuchen müssen, den Gegnern den Boden unter den Füßen wegzuballern.


Free to Play?

Wer in den Partien wenigstens halbwegs erfolgreich ist, der sammelt nebenher auch fleißig Punkte, die zum einen euren eigenen Rang steigern (was u.a. das Matchmaking beeinflusst) und zum anderen im Shop genutzt werden können. Was uns zur Achillesferse eines jeden Free to Play Spiels bringt: der Monetarisierung.

Da SKILL kostenlos heruntergeladen und gespielt werden kann, müssen die Entwickler natürlich auf anderem Weg Geld einnehmen, um die Kosten für die Server zu decken und im besten Falle auch noch einen Gewinn einzunehmen. Zu diesem Zweck hat man auch hier einen Ingame-Shop eingerichtet, in dem ihr euch von großen und kleinen Waffen bis hin zu Schutzausrüstung und diversen Deko-Elementen für euren Charakter nahezu alles kaufen könnt. Wer jedoch kein echtes Geld investieren möchte, der kann sich mit etwas Geduld auch durch gutes Spielen genügend Punkte verdienen, um sich die Lieblingswaffe zu kaufen. Diese können übrigens nicht nur temporär sondern auch dauerhaft freigeschaltet werden.


Marschbefehl ?

Man kann sich also mit echtem Geld durchaus gewisse Vorteile verschaffen, aber auch ohne eine solche Investition kann man gut mithalten, so dass das Balancing hier nicht entscheidend beeinflusst wird. Das verdeutlicht auch die Tatsache, dass der Titel inzwischen auch in der ESL vertreten ist.

SKILL gewinnt sicher keine Innovationspreise, aber es bietet bewährte Shooter-Kost. Wer gerne mal online die Waffen sprechen lässt, der findet hier eine solide und vor allem kostenlose Möglichkeit, sich im Mehrspieler auszutoben.

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S.K.I.L.L.
Pro
Toller Shooter
Free 2 Play
Langzeitmotivation
Contra
Hohe Kosten
Schlechte Grafik
5 / 5

Über den Autor
Roberto | Redakteur

Roberto begann seine Videospiel-Karriere mit dem SEGA Mega Drive und seit seinem ersten Kontakt mit Sonic und Co. sind Videospiele ein fester Bestandteil seines Lebens. Er hat eine besondere Schwäche für die Indie-Szene und experimentelle Spiele, die sich nicht den üblichen Genre-Konventionen unterwerfen.


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