Skylancer – Battle for Horizon

Skylancer – Battle for Horizon Review

Review

Ein Höhenflug für Strategiefans

Das Strategie-Browsergame Skylancer versetzt euch in die fantastische Welt von Horizon, die euch den Boden unter den Füßen wegzieht. Hoch in den Wolken übernehmt ihr die Kontrolle über eine der mobilen Inseln, die frei in den Lüften schweben. Dabei verbindet das kostenlose Browserspiel vom Münchner Entwickler Chimera Entertainment die Erforschung dieses abenteuerlichen Settings mit strategischen Aufbau- und Kampfaspekten.


Amüsante Abenteuer im Comic-Look

Als Neuling in der Wolkenwelt heißt es Farbe bekennen: Wen wollt ihr unterstützen, das auf die Weltherrschaft schielende „Imperium“, die „Allianz“ freier Nationen oder die eigenbrötlerischen „Renegaten“? Die Nomaden der Fantasiewelt interessieren sich wenig dafür, wer denn nun auf Horizon Gesetze erlässt. Die Fraktionen unterscheiden sich nur durch ihre Hintergrundstory, zudem macht euch das Wahlmenü eine bestimmte, wahrscheinlich unterbesetzte Seite mit einem Bonus schmackhaft. Im Hauptbildschirm angekommen, findet ihr oben kompakt designte Menüelemente vor. Hier klickt ihr euch zu missionsrelevanten Informationen durch, lest eure Statuswerte ab, greift auf Management- und Shopfunktionen zu oder nehmt Spieleinstellungen vor. Am unteren Bildschirmrand findet sich der globale Spielerchat sowie eine auf die Fraktion beschränkte Variante.

Verschiedene charakterstarke Figuren nehmen euch auf Tour und erklären euch die zentralen Aspekte von Skylancer. Eure eifrige Adjutantin erklärt euch Navigation, euer kerniger Vorarbeiter das Bauen auf der Insel, nach Abwehr einer feigen Piratenbande spricht euch der Frachterkapitän seinen Dank aus - Horizon wirkt lebendig und amüsant. Die Welt in hochgradig stylisierter Comic-Grafik gibt sich optisch selbstbewusst, mit passenden Soundeffekten und Musikuntermalung werden Kämpfe und Aufbau zum Leben erweckt. 


Der himmlische Ankerplatz

Mit gedrückter Maustaste schiebt ihr die ganze Wasserwelt "wie ein Glücksrad" nach links oder rechts und rückt so die wenigen bodenständigen Kontinente des Planeten in den Blick. Der Horizont in der Ferne bleibt zwar unerreichbar, aber durch das Verschieben erkundet ihr die weitläufige und detailreiche Fantasiewelt Horizon, die eigene Insel immer im Schlepptau.

Das kostbare Eiland ist zentrales Spielelement und euer Ruhepol in luftigen Höhen. Ein Klick, und ihr gelangt zur Insel-Ansicht. Bedingt durch den Aufbau-Part ist diese Ansicht weniger ausgefallen als die surreale Welterkundung, der Übersicht halber nehmt ihr eine isometrische Perspektive auf euer Gelände ein. Das ist, wie versprochen, ein hübsch anzusehender, mit Vegetation und Quellwasser belebter Brocken Erde hoch über der Oberfläche Horizons. Anscheinend ist Absturz kein Thema unter den Insulanern, Umzäunungen oder Geländer gibt es keine.

Im Aufbau-Part des Spiels stattet ihr eure Schwebe-Insel mit dem nötigen Reisekomfort aus. Der Boden eurer ungewöhnlichen Heimstätte eignet sich für Farmland, das euch die Nahrung für eure Männer beschert. Wohnhäuser sorgen für ihre Unterbringung. Ihr habt ausgewiesene Bauplätze, die aber nicht für bestimmte Bauten reserviert sind. Das Arrangieren eurer Insel bleibt also euch überlassen, ihr errichtet Sägewerke, Steinbrüche, später dann werden dann Produktions- und Ausbildungsstätten für Kämpfer und Luftschiffe wichtig. Alle Gebäude lassen sich zu effizienteren Stufen aufwerten. Die Grundstoffe sind Nahrung, Holz und Stein. Dazu betreibt ihr nicht nur den genretypischen Raubbau um eure Basis herum, ihr könnt die wichtigen Ressourcen auch von Gegnern erbeuten oder die schwerelosen Gesteinsbrocken abbauen, die eurer fliegende Festung unterkommen. Zudem wird mit Gold gehandelt, sodass Engpässe gegen Spielwährung überbrückt werden können.


Ein Frage der Moral

Nach und nach entsteht ein beeindruckendes Städtchen auf der Insel, das euch in die Lage versetzt mächtigere Truppentypen auszubilden. Die Inseln werden später von Luftschiffen begleitet, deren Werft und Ankerplatz auf dem jeweiligen Eiland liegen. Die werden wiederum mit einer Mannschaft besetzt. Durch Wahl der Besatzung und den Ausbaustufen eurer Einheiten bestimmt ihr euren Erfolg in den Luftschlachten.

Das Kämpfen gegen NPC-Gegner und die Truppen feindlicher Spieler machen einen weiteren Aspekt von Skylancer aus. Neben notorischen Freibeutern müsst ihr auch Monster und Untote besiegen, die Ressourcen besetzt halten, hin und wieder legt sich auch die flugfähige Tierwelt von Horizon mit euren Luftschiffen an.

Noch vor Beginn jedes rundenbasierten Kampfes erhält man eine Einschätzung der Schwierigkeit, sie wird in fünf zunehmend fordernden Stufen angezeigt, von Grün bis Tiefrot. Zudem hat man die Gelegenheit Gegenstände einzusetzen, um die eigene Mannschaft mit Boni auszustatten. Spezielle Tränke gewähren kurzzeitig mehr Lebenspunkte oder erhöhen die Moral.

Im Kampf treten die Einheitenverbände jeweils Einheit gegen Einheit an. Hier gibt es übrigens keine Verluste zu beklagen, passend zur verspielten Optik ergreifen die Bösewichte lieber irgendwann die Flucht. Die Duelle von Skylancer sind schicksalsbehaftet, mit ihrem Einsatz erhält euer Kämpfer einen zufälligen Vorteil, der vielleicht entscheidend sein kann. Der Kampf gegen die gegnerische Mannschaft läuft dann automatisch, bis man gewonnen hat oder die eigene Einheit tauschen muss. Gewinner und Verlierer bestimmen sich über die Kampfmoral, sinkt sie auf null, verlieren die eigenen Männer die Nerven und man hat verloren. 


Babel 2.0

Ziel des Spiels ist der Mond. Richtig gehört, der stellare Nachbar ist im Orbit Horizons verankert und gerade nahe genug um ihn mit einem ehrgeizigen Bauprojekt zu erreichen: ein gigantischer Turm, dessen Errichtung auf den Schultern der ganzen Fraktion lastet. Die Schätze und Technologien, die der Mond angeblich birgt, könnten den Zwist zwischen den drei Lagern endgültig entscheiden. Alle erheben also Anspruch auf den Mond und stürzen sich in das bauliche Wettrennen.

Die an sich offene Spielstruktur erlaubt euch in die Weiten von Horizon aufzubrechen, der Spielfortschritt ist aber an den Ausbau eurer schwebenden Heimstätte gebunden. Nur dann habt ihr die Ressourcen und Anlagen, um eine robuste Kombination aus Mannschaft und Luftschiff zusammenstellen. Später eröffnet sich euch sogar die Chance, Expeditionen in feindliches Gebiet vorzunehmen. Dazu müsst ihr in Zusammenarbeit mit anderen Spielern eurer Fraktion eine Bresche in die gegnerische Verteidigung schlagen, um auf deren Kontinente vordringen zu können. Das PvP unterscheidet sich dabei spielerisch nicht von den Kämpfen gegen NPC-Gegner. Wem eine solche Aktion zu gewagt ist, kann sich weiter den nett aufgemachten Story-Quests widmen.

Vieles von dem, was ihr in Horizon in Angriff nehmt, kostet euch etwas eurer Energie. Jeder Skylancer hat nur begrenzte Reserven. Mit speziellen Kristallen und Tränken könnt ihr Energie tanken, die müsst ihr aber erst erbeuten, finden oder kaufen. Wie ihr mit eurer Energie umgeht, bestimmt also die Geschwindigkeit, in der ihr euch wieder an den Spielfortschritt machen könnt. Wer nicht zahlen will, muss Ruhezeiten einlegen, auch ausgeloggt füllt sich die Energie wieder auf. Wer bereit ist sich diese Zwangspausen auferlegen zu lassen, findet mit Skylancer eine unterhaltsame Free-to-Play-Erfahrung vor, die mit der angestrebten Mondlandung nicht endet, sondern erst richtig losgeht.



Über den Autor
Matthias | Editor/Redakteur

Matthias kennt sich aus in Sachen Browsergames. Sein fundiertes Fachwissen über jede Menge Action und spannende Abenteuer im Browser gibt er auf Corsual zum Besten!


comments powered by Disqus