Star Trek Online

Star Trek Online Review

Review

Der Weltraum...

Viele Hersteller haben sich bereits an einem Spiel im berühmten Star Trek-Universum versucht und dabei Schiffbruch erlitten. Entwickler Cryptic versuchte sich ebenfalls an einem Titel, wählte als Genre allerdings ein MMORPG, in dem Spieler als Kapitän des eigenen Raumschiffes die Weiten des Weltalls erkunden können. Nachdem das Abo-Modell für Star Trek Online aber nur mäßigen Erfolg hatte, wechselten die Entwickler bald schon zu einer Free-2-Play-Variante, die nun allen Star Trek-Fans auch kostenlosen Spielspaß verspricht.


…unendliche Weiten!

Wie in vielen anderen MMORPGs beginnt auch in Star Trek Online alles mit der Erstellung eines eigenen Charakters. Dabei habt ihr zunächst einmal zwei Fraktionen zur Auswahl: Die Föderation und die Klingonen. Letztere sind besonders für die Spieler interessant, die sich für PvP-Kämpfe interessieren, während die Föderation mehr in Richtung PvE tendiert. Cryptic bietet Spielern zwei Charakterslots kostenlos an. Damit könnt ihr beide Parteien ausprobieren. Wollt ihr zusätzliche Slots, so müsst ihr aber dafür zahlen.

Nach der Wahl der Fraktion folgt genretypisch die Erstellung des eigenen Charakters im Detail. Ihr wählt Charakteristika wie die Größe, den Körperbau und die Rasse um in Anschluss Attribute wie Haare, Gesicht und Kleidung zu individualisieren. Auch hier gilt wiederum, dass ihr einige Uniformen und Accessoires kostenlos bekommt, während andere kostenpflichtig sind. So könnt ihr euch euren eigenen Vulkanier, Andorianer oder Menschen bzw. Klingonen, Nausikaaner oder Gorn basteln, mit dem ihr fortan durch das Spiel streifen könnt. Zum Schluss benötigt ihr noch eine Division für euren Charakter, was in etwa der Klassenwahl entspricht. Hier erwarten euch Taktik, Technik und Wissenschaft, die allesamt bestimmte Eigenschaften und Skills mit sich bringen.

Und dann kann es auch schon los gehen: Zu Beginn startet jeder Spieler mit Level eins und dem Rang eines Ensigns bzw. Warriors. Trotzdem erhaltet ihr schon jetzt euer erstes Schiff, mit dem ihr auf große Entdeckungsreise gehen könnt. Abhängig von eurer gewählten Klasse stehen euch verschiedene Schiffe zur Auswahl, die an die Fähigkeiten der Divisionen angepasst sind. Wissenschaftsschiffe sind beispielsweise meist mit mehreren Konsolen für die entsprechenden Offiziere ausgestattet, was euch ermöglicht, zusätzliche Brückenoffiziere mit an Bord zu nehmen. Diese sind NPCs, die zusammen mit eurem Charakter aufleveln und so immer neue Fähigkeiten erlernen, die ihr dann in den Kämpfen einsetzen könnt. Damit gilt die einfache Rechnung: Je mehr Offiziere, desto mehr potentielle Fähigkeiten.

Nach einer Einführung durch das Tutorial werdet ihr auch sogleich in die freie Wildbahn entlassen und könnt fortan selbst das All erkunden. Die Welt von Star Trek Online ist dabei in mehrere Sektoren unterteilt, die ihr mit eurem Raumschiff durchfliegen könnt. Fans der Serie werden begeistert feststellen, dass dort alle wichtigen Planeten und Systeme der Serie verzeichnet sind. Zudem könnt ihr auch andere Spieler sehen, die mit ihren Raumschiffen durch das All kreuzen, was den Eindruck vermittelt tatsächlich in einer Föderation oder dem Klingonischen Imperium zu sein.

Damit ihr euch nicht in den Weiten des Weltalls verliert, können ihr euch jederzeit diverse Quests abholen, die ihr beispielsweise auf der Erde im Sternenflottenhauptquartier oder der Sternenbasis im Orbit bekommt. Dazu müsst ihr jeweils mit den entsprechenden NPCs sprechen, der meist in Form eines hochrangigen Offiziers auftritt. Auf diese Weise werden auch die diversen Handlungsstränge des Spiels erzählt, in deren Verlauf ihr in die entlegensten Bereiche des Quadranten geschickt werdet.


Schilde aktivieren, Feuer frei!

Nahezu alle Missionen beinhalten Gefechte im Weltraum; naheliegend, schließlich seid ihr nicht umsonst der Captain eures eigenen Raumschiffs. Und genau hier trumpft Star Trek Online auf: Ihr steuert euer Schiff aus der Außenperspektive durch das All, während ihr, wie aus vielen MMORPGs bekannt die Gegner mit euren Waffen und Spezialfähigkeiten beharkt. Euer Schiff verfügt dabei über insgesamt vier Schildbereiche, die getrennt voneinander funktionieren: Werdet ihr von vorne attackiert, so werden die Schilde in diesem Bereich geschwächt. Dasselbe gilt von den Seiten und von hinten. Es ist also immer ratsam, das eigene Schiff mit der gut geschützten Seite dem Feind zuzuwenden. Sind eure Schilde in einem Bereich zu stark geschwächt, beginnt das Schiff selbst Schaden zu nehmen. Erreicht die Hüllenintegrität 0, so wird das Schiff zerstört. Aber wie im Genre üblich bedeutet das nicht das Ende. Stattdessen müsst ihr nur einige Sekunden warten, bevor ihr samt Schiff wieder an der Ausgangsposition des Levels erscheint.

Wollt ihr dagegen nicht nur Treffer einstecken, sondern auch selbige austeilen, so kommt es entscheidend auf die Bewaffnung eures Raumschiffes an. Das verfügt nämlich über diverse Waffenslots, die ihr mit unterschiedlichen Waffen ausrüsten könnt. Dazu gehören neben den bekannten Phasern und Torpedostartern auch Disruptoren und Plasmawaffen. Je besser die eingebauten Items sind, desto mehr Schaden verursachen sie beim Feind. Zudem sind bestimmte Waffengattungen gegen Schilde besonders effektiv, während andere eher Hüllenschaden verursachen. 

Im Kampf solltet dann noch bedenken, dass ihr nur dann eure Waffen effektiv abfeuern könnt, wenn diese auch im richtigen Winkel zum Angreifer stehen: Zeigte eure Nase gerade auf ein feindliches Schiff, werdet ihr keine rückwärtig angebrachten Torpedos auf ihn schießen können. Darüber hinaus braucht ihr jedoch nicht sehr viel mehr zielen, denn es reicht, den entsprechenden Gegner als Ziel auszuwählen und die jeweilige Waffe abzufeuern. Gleiches gilt übrigens für die zahlreichen Spezialangriffe und -fähigkeiten, die euch im Gefecht kurzzeitig Vorteile verschaffen: So könnt ihr beschädigte Schilde schnell regenerieren, kurzzeitig die Antriebsgeschwindigkeit erhöhen oder verheerende Angriffe ausführen.


Beam me down!

Viele Missionen erfordern es nicht nur, Schiffe im Orbit oder einem Asteroidenfeld auszuschalten, sondern auch mit einem Außenteam auf einen Planeten oder eine Raumstation zu beamen. Hier finden dann Bodenkämpfe statt, die auch rein optisch stark an MMORPG-Konkurrenten erinnern. Begleitet wird euer Charakter dabei von den bereits zuvor erwähnten Brückenoffizieren, die euch im Kampf unterstützen. Auch hier kommen diverse Skills zum Einsatz, die euch und eurem Team kurzzeitige Buffs verleihen oder eure Feinde mit Debuffs belegen. Und auch hier könnt ihr euren Charakter, ähnlich wie euer Schiff, ausrüsten. Neben einer Waffe und einer Rüstung gibt es hier auch einige nützliche Items wie Hyposprays, die die Gesundheit verletzter Charaktere wiederherstellen, oder mobilen Kraftfeldern, die Schutz vor feindlichem Phaserfeuer bieten.

Wer sich nicht alleine mit seinen NPC-Offizieren durch die Außenmissionen oder Schiffsschlachten schlagen möchte, kann auch an speziellen PvE-Missionen teilnehmen, in denen mehrere Spieler großangelegte Missionen erfüllen müssen. Dies kann die Verteidigung einer Raumstation gegen immer neue Wellen von Angreifern, die Sicherung einer alten Ausgrabungsstätte oder gar ein Gefecht gegen eine drohende Borg-Invasion sein.


Reichlich Nachschub

Selbst Spieler, die das Maximallevel erreicht haben (was übrigens auch möglich ist, ohne auch nur einen Cent zu zahlen), bekommen in Star Trek Online immer wieder neuen Nachschub geliefert: Entwickler Cryptic liefert in unregelmäßigen Abständen sogenannte Seasons nach, die neue Inhalte in das Spiel einfügen. Diese Updates stehen meist im Zusammenhang mit einem bestimmten Thema und liefern dementsprechend auch dazu passende Missionen. Und wer immer noch nicht genug bekommt, kann sich mit anderen Spielern zusammenschließen und Schlachten gegen menschliche Gegner in den PvP-Arenen schlagen.

Alleine schon die fulminante Inszenierung der Raumschlachten, bei denen Phaserstrahlen durch den Raum schießen, während Schilde aufflackern und Torpedos den Weg zu ihrem Ziel antreten, machen Star Trek Online zu einem echten Muss für alle Science Fiction Fans. Und da das Spiel kostenlos spielbar ist, kann jeder zunächst einmal problemlos hineinschnuppern.



Über den Autor
Viktor | Editor/Redakteur

Viktor ist ein großer Fan von Glegenheitsspielen im Browser. Außerdem ist er äußerst aktiv in Sachen Social Games.


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