Team Fortress 2

Team Fortress 2 Review

Review

Vollendeter Team-Shooter in unverwechselbarer Optik

Team Fortress 2 ist ein Free-to-Play-Multiplayer-Shooter von Entwickler Valve, der wie eine ganze Reihe nachfolgender Games auf der hauseigenen Source-Engine basiert. Die unverwechselbare Optik hat zum Erfolg von Team Fortress 2 beigetragen, aber erst die die zur Vollendung geschliffene Balance der Charakter-Klassen und die abwechslungsreichen Modi und Maps haben dem teamorientierten Shooter eine große und aktive Community gesichert.


Unter neuem Dampf

Team Fortress 2 ist seit seiner Veröffentlichung als Teil der Orange-Box nicht mehr aus der ersten Riege der Multiplayer-Shooter wegzudenken. Etwa vier Jahre nach Erscheinen hat Entwickler Valve den anhaltend beliebten und ständig erweiterten Titel in ein Free-to-Play-Format umgewandelt. Seit 2011 kann man das Game über Valves Online-Vertriebsplattform Steam kostenlos heruntergeladen und mit allen originalen Inhalten spielen.

Dieser Schritt ist auch für die alteingesessene Community des Spiels ein Grund zur Freude, bedeutet er vor allem eins: einen Zustrom neuer Spieler, der so schnell nicht abreißen dürfte. Inhaltliche Neuerungen schlagen sich vor allem in Crafting und Tausch-Funktionen nieder, zudem einen stark auf visuelle Customization beschränkten Shop. Die vorgestellten Zukauf-Möglichkeiten mithilfe von Micro-Transaktionen setzen größtenteils in diesen Bereichen an, dazu kommen einige Komfort-Funktionen für den Account, etwa mehr Inventarplätze für die Items. Wer Team Fortress 2 schon vor der Umstellung gegen Bares erstanden hat, wurde zu diesem Anlass über ein Extra-Paket neuer Inhalte entschädigt, dass einzigartige Accessoires, Crafting-Baupläne und mehr enthielt. 

Eins vorweg: Gebastelte oder aufgesammelte Waffen sind leichte Variationen der Standardversionen. Der spezielle Raketenwerfer hat dann beispielsweise etwas mehr Wumms, die Geschosse haben aber gleichzeitig einen geringeren Explosionsradius als die Bazooka von der Stange. Mit solchen 'Sidegrades' anstelle von Upgrades werden Balance-Probleme umschifft, die kleinen Adjustierungen erlauben einem lediglich, das Arsenal an seinen persönlichen Spielstil anzupassen. Dafür bietet Team Fortress 2 nun einen eigenen Herstellungsmodus, in dem man sich abseits von den Multiplayer-Partien mit den Bauteilen experimentieren darf. Pay-to-Win wurde mustergültig vermieden.


Stilisierter Showdown der Actionfiguren

Valves Vorhaben, einen unverwechselbaren Multiplayer-Shooter zu schaffen, hat sich seinerzeit hingezogen, nach langer Entwicklungszeit hat Team Fortress 2 aber alle Versprechen gehalten. Der visuelle Charakter von Team Fortress 2 ist überzeichnet und inszeniert die Konfrontation zwischen den Teams als überdrehten Showdown zwischen bis an die Zähne bewaffneten Action-Figuren. Die Klassen haben eine ganz eigene Physis und sind charakterstark in Szene gesetzt, etwa wenn sie sich ab und an zu in schweren Akzenten zu Wort melden. Die nötigsten Kommandos ans eigene Team und Spott für die Gegner lassen sich per Shortcuts auslösen. Weil klare Kommunikation aber über Sieg und Niederlage entscheiden kann, setzen eingefleischte Spieler zusätzlich auf Voice-Chat. Die Modi von Team Fortress 2 verlangen den Teilnehmer einiges an Mannschaftsgeist ab, ein Haufen Einzelkämpfer kann eingespielten Teams niemals das Wasser reichen.

Der Konflikt zwischen den Gruppen Reliable Excavation Demolition (RED) und Builders League United (BLU) macht nicht bei den Farben der Spielermodelle halt: Sogar in der verwendeten Farbpalette auf den Karten schlägt sich der Kontrast zwischen den Teams nieder. Außerdem kommen die zugehörigen Basen einmal kantig und industriell, auf der anderen Seite natürlich, warm und mit runden Formen daher.  


Meet the Team

Die neun gebotenen Figuren unterscheiden sich in Aspekten wie Laufgeschwindigkeiten, Feuerkraft und Reichweite, einen Übersoldaten für alles gibt es nicht. Mit Figuren wie dem 'Medic', dem 'Heavy' oder dem 'Spy' haben die Macher echte Charakterköpfe geschaffen, würdige Aushängeschilder für eines der Stärken des Spiels, die Klassen. Wer die fiktiven Persönlichkeiten der Spielfiguren näher kennenlernen will, Valve präsentiert zu diesem Zweck eine Video-Serie auf der offiziellen Homepage - die mit schwarzem Humor gespickte "Meet"-Reihe ist inzwischen Kult.

Für Mulitplayershooter entscheidet die Balance der Klassen über den Abwechslungsreichtum des Geschehens auf dem Schlachtfeld, nur wenn sich die Vor- und Nachteile der einzelnen Spielfiguren gut ergänzen und sich keine übermächtigen Setups ergeben, verteilen sich die Spieler über alle verfügbaren Kämpfer. Jede Klasse ist, was Waffen und Talente angeht, eher auf Angriff, Verteidigung oder Unterstützung ausgelegt. Einige Fähigkeiten wie die von Heavy und Medic ergänzen sich gut, weshalb eine ausgewogene Teamzusammenstellung Erfolge verspricht. 

Jede Klasse hat Vorteile gegenüber bestimmten Klassen, während man anderen auf dem Schlachtfeld besser aus dem Weg geht. Die automatischen Geschütztürme des 'Engineers' sind der Untergang für den wendigen 'Scout', und der 'Sniper' kontert den etwas behäbigen 'Heavy' aus der Ferne. Ansonsten punktet das Spiel noch mit Feinheiten - so kann der 'Spy' zwar als andere Klasse getarnt den Gegner infiltrieren, aber das ist noch kein Erfolgsgarant: seine Laufgeschwindigkeit bleibt nämlich gleich, und ein zu langsamer Scout oder ein zu schneller Heavy erregen schnell Aufsehen - und der Spion wird enttarnt.

Jede der Klassen bietet eine eigene Achievement-Karriere, hier wird man schrittweise eine zweite Garnitur Waffen freispielen. So kann der 'Pyro' die Signalpistole freischalten, die als Sekundärwaffe die Schrotflinte ersetzt und ihm genau wie sein Flammenwerfer erlaubt, unvorsichtige Gegner in Brand zu setzen - nun aber auch über weitere Entfernungen.


Spielmodi und Einstieg

Team Fortress 2 hat gegenüber einem regulären Shooter noch andere Besonderheiten. Erwähnenswert ist, dass jeder abgegebene Schuss unabhängig vom Können des Schützen eine Chance hat, kritischen Schaden zu verursachen. Diese Chance steigt mit bestimmten Waffen und in bestimmten Situationen im Feld.

Unabhängig davon wie die groß, klein, offen oder verwinkelt die Karten sind, immer gleich sind die zwei Startbereiche der Teams und die heftig umkämpfte Zone dazwischen. Die einzelnen Spielmodi sind im Serverbrowser durch ein Kürzel erkennbar, das vor dem Map-Namen Auskunft über das zugehörige Szenario gibt. Team-Deathmatch ist eine Option, die strategischen Züge werden aber in anderen Modi sichtbar. Vertreten sind Capture the flag, kurz 'ctf', mit dem Detail, dass hier um geheimnisvolle Aktenkoffer gekämpft wird. Das Map-Kürzel 'cp' meint, dass die Teams hier um die Kontrolle strategischer Kartenorte kämpfen, das Team, das den Kontrollpunkt lange genug hält, gewinnt. In einem weiteren Modus muss eure Mannschaft einen zur Bombe umfunktionierten Schienenwagen Richtung Ziel zu begleiten - das kann innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters gelingen oder vom verteidigenden Team verhindert werden. Für eine andere Variante sind gleich zwei Wagen unterwegs, wer sein Paket mit einer Mischung aus Verteidigung und Angriff schneller voranbringt, gewinnt. 

Einsteigern bietet das Programm übrigens die Möglichkeit, sich offline mit den Modi, den Maps und den Klassen vertraut zu machen. Entweder kommen dann Bots zum Einsatz, oder man nutzt die eigens kreierten Trainingsmaps - der Sprung ins kalte Wasser bleibt neuen Spielern so erspart.



Über den Autor
Christina | Editor/Redakteurin

Christina ist eine Expertin wenn es um Browserspiele geht. Egal ob MMO oder Gelegenheitsspiele - Christina kann sich für alles begeistern.


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