The Evil Within Hardware-Anforderungen

Veröffentlicht am 26.09.2014 um 14:02 Uhr von Roberto

Das neue Horror-Spiel von Bethesda sorgt mit überzogenen Hardware-Anforderungen für viel Ärger bei den PC-Spielern.

Bis jetzt war es eigentlich so, dass sich sowohl Konsolen- als auch PC-Spieler auf die Veröffentlichung von The Evil Within freuten. Bethesda (u.a. Skyrim und Fallout New Vegas) haben sich dafür mit keinem geringeren als Shinji Mikami zusammengetan, der einst die legendäre Resident Evil-Serie erdachte. Die Voraussetzungen für einen guten Horror-Titel sind also eigentlich gegeben, wenn da nicht noch ein paar andere Voraussetzungen wären.

Letzte Nacht hat Bethesda nämlich im BethBlog die offiziellen Hardware-Anforderungen für die PC-Variante von The Evil Within veröffentlicht und damit nicht nur für Kopfschütteln gesorgt, sondern im Grunde sogar einem Großteil der potentiellen Käufer vom eigenen Spiel abgeraten. Doch fangen wir erst mal mit den harten Fakten an:

Empfohlene Systemvoraussetzungen

64-Bit Windows 7/Windows 8
i7 CPU mit mindestens 4 Kernen
4 GB RAM
50 GB freier Festplattenspeicher*
GeForce GTX 670 oder gleichwertige Grafikkarte mit 4 GB VRAM
Hochgeschwindigkeits-Internetverbindung
Steam-Account und -Aktivierung
*Die 50 GB freier Speicherplatz werden für die PC-Installation benötigt. Wenn die Installation abgeschlossen ist, braucht das Spiel etwa 41 GB Festplattenspeicher.

Festplattenspeicher der Konsolen-Versionen:

Xbox One – 40 GB Festplattenspeicher
PlayStation 4 – 40 GB Festplattenspeicher
PlayStation 3 – 7 GB Festplattenspeicher
Xbox 360 – 7 GB (Festplatte oder USB-Laufwerk zwingend erforderlich)

Wer sich etwas im PC-Bereich auskennt, der wird schnell erkennen, dass diese empfohlenen Anforderungen überraschend hoch sind. Entscheidend sind hier vor allem die 4 GB Videospeicher, denn ohne die „können wir keine optimale Darstellung des Spiels garantieren.“, wie Bethesda selbst im Blog schreibt. Schaut man sich dazu nun die Hardware der Steam-Nutzer an, dann stellt man fest, dass gerade mal 1,64 Prozent der Nutzer eine Karte mit 4 GB VRAM besitzen (Stand August 2014). Die wenigsten Mittelklasse-Karten haben mehr als 2 GB und selbst im High-End-Bereich sind oft nur 3 GB verbaut.

Natürlich kann man davon ausgehen, dass The Evil Within auch auf etwas schwächeren Systemen zumindest spielbar sein wird, aber ohne offizielle Angaben zu den minimalen Anforderungen werden sicher viele Spieler mit dem Kauf warten, bis diese Frage von anderen Spielern oder Hardware-Experten wie Digital Foundry geklärt wurde.

Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, warum The Evil Within überhaupt so Hardware-hungrig ist, wenn es doch sogar noch für PS 3 und Xbox 360 erscheint. Darüber kann man leider nur spekulieren, aber wir wollen euch trotzdem zwei mögliche Gründe nennen. Zum einen könnten die Next-Gen-Konsolen als sogenannte Lead-Plattform gedient haben und Bethesda war einfach nur schlampig bei der Portierung für den PC oder aber es liegt an der Engine. Nachdem Bethesda id Software aufgekauft hat, machte man deren id Tech 5 Engine quasi zur Haus und Hof-Technologie für fast alle Studios, die derzeit unter der Flagge von Bethesda arbeiten. Besagte Engine feierte ihr Debüt in Rage, das schon vor drei Jahren so manchen PC an seine Leistungsgrenze trieb. Das liegt vor allem an einer Technik namens Megatexturing, die extrem große Texturtapeten nutzt und darum auch vergleichsweise Speicherintensiv ist. Allerdings hätte auch in diesem Fall Bethesda bzw. Mikamis Studio Tango Gameworks optimieren müssen, was uns wiederum zur Theorie der schlampigen Portierung bringt.

Doch ganz gleich, was nun der wirkliche Grund sein mag, das größte Problem diese hohen Anforderungen ist wohl, dass sich die Grafik von The Evil Within trotzdem nur auf einem guten Niveau bewegt. Ein technischer Meilenstein steht uns hier sicher nicht bevor, aber leider wäre das der einzig legitime Grund für solche Hardware-Anforderungen.

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Über den Autor
Roberto | Redakteur

Roberto begann seine Videospiel-Karriere mit dem SEGA Mega Drive und seit seinem ersten Kontakt mit Sonic und Co. sind Videospiele ein fester Bestandteil seines Lebens. Er hat eine besondere Schwäche für die Indie-Szene und experimentelle Spiele, die sich nicht den üblichen Genre-Konventionen unterwerfen.


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