Thea: The Awakening

Thea: The Awakening

Dass Thea: The Awakening inzwischen seinen Weg auf Steam gefunden hat, ist nicht selbstverständlich, denn nach zwei gescheiterten Kampagnen auf Kickstarter hätte wohl so mancher Entwickler die Flinte ins Korn geworfen. Das kleine Team von MuHa Games, dessen Mitglieder in Polen und Großbritannien ansässig sind, hat sich aber auch ohne die erhoffte Finanzspritze durchgebissen und wird dafür nun mit durchweg positiven Bewertungen auf Steam belohnt.

Ein gefallener Gott

In Thea: The Awakening übernehmt ihr die Rolle eines Gottes, der in Ungnade gefallen ist. Statt göttlicher Macht ist ihm nur noch die Herrschaft über eine handvoll Dorfbewohner vergönnt. Doch Thea gibt sich nicht geschlagen, sondern versucht, mit Hilfe seiner Untertanen seinen alten Status zurückzuerlangen. Auf diesem langen Weg mischt das Spiel Elemente der 4X-Strategie mit Trading Cards und Roguelikes, was am Ende zu einer interessanten Mixtur wird. Stilistisch erinnert das Design dabei oft an slawische Mythologie und Fantasy wie man sie etwa von Herr der Ringe kennt.

Zu Beginn des Spiels müsst ihr eine von insgesamt acht Gottheiten auswählen, wobei sechs davon erst freigespielt werden wollen. Die Gottheiten erhalten im Laufe der Zeit auch Levelaufstiege und neue Boni sowie Fähigkeiten, was zusätzliche Anreize bietet, um nicht immer nur mit der gleichen Gottheit zu spielen. Viele dieser Verbesserungen sind dabei auch eng mit den Eigenschaften der Gottheit verknüpft. So wird etwa Horos, der Lord der Nacht, mit der Zeit immer besser bei nächtlichen Aktionen und schleichendem Vorgehen.

Expeditionen und das Heimatdorf

Die Roguelike Elemente zeigen sich u.a. darin, dass ihr bei jedem Durchgang in einer neuen Umgebung zurechtkommen müsst und euer Dorf Zugang zu zufällig ausgewählten Ressourcen hat. Das eigentliche Gameplay variiert immer wieder, denn Thea: The Awakening konfrontiert euch im Wesentlichen mit zwei unterschiedlichen Aufgaben. Zum einen müsst ihr eure Siedlung verwalten und zum anderen macht ihr immer wieder Expeditionen. Auf euren Streifzügen könnt ihr Ressourcen abbauen und Schätze finden, was zumeist mit Ereignissen oder Kämpfen einhergeht. Eure Expedition bewegt sich dabei in einem rundenbasierten System über ein klassisches Spielbrett mit wabenförmigen Feldern und pro Zug könnt ihr immer nur eine bestimmte Zahl an Feldern zurücklegen, wobei euch quasi jeder Schritt etwas von eurem Proviant kostet. Auf den Feldern, die auch von einem Tag-Nacht-Wechsel beeinflusst werden, finden sich dann die Ressourcen, Quest-Ziele oder eben auch Monster. Deutlich sicherer ist da die Selbstversorgung eurer Siedlung und darum ist dies auch die Grundlage einer florierenden Gemeinde. Das Dorf dient als Basislager für all eure Expeditionen und nur hier könnt ihr die Ressourcen und Gegenstände sinnvoll verarbeiten oder einlagern.

Crafting

Womit wir auch schon beim Crafting wären, einem weiteren Schwerpunkt des Spiels. Damit ihr die erbeuteten oder abgebauten Ressourcen in etwas Nützliches verwandeln könnt, müsst ihr jedoch zunächst Forschung betreiben. Mit jedem Kampf und jedem Ereignis verdient ihr daher Fortschritts- und Erfahrungspunkte. Während letztere direkt die Eigenschaften eurer Bewohner verbessern, könnt ihr die Fortschrittspunkte nutzen, um neue Gebäude und Objekte zu entwickeln oder euch neue Ressourcen zu erschließen. Die neuartigen Ressourcen erlauben euch wiederum, noch bessere und effektivere Objekte und Gebäude zu erschaffen.

Vielseitige Kämpfe

Bei den Kämpfen kommt schließlich das Element der Card Games zum Tragen. Im Gegensatz zu echten Trading Card Games spiegeln die Karten in Thea jedoch einfach nur eurer Truppen bzw. Dorfbewohner wieder. Ihr stellt euch also nicht im klassischen Sinne ein Deck zusammen oder sammelt neue Karten. Außerdem wird mit den Karten nicht immer nur gekämpft, so dass Angriffs- und Verteidigungswerte nicht immer die größte Rolle spielen. Nicht selten könnt ihr auch diplomatischer vorgehen und versuchen, euer Gegenüber von euren Plänen zu überzeugen oder ihn einzuschüchtern, was den Konfrontationen eine weitere Facette verleiht.

Die verschiedenen Elemente von Thea: The Awakening funktionieren erstaunlich gut zusammen und machen es zu einer der großen Überraschungen des Jahres im Strategie-Genre.


Über den Autor
Roberto | Redakteur

Roberto begann seine Videospiel-Karriere mit dem SEGA Mega Drive und seit seinem ersten Kontakt mit Sonic und Co. sind Videospiele ein fester Bestandteil seines Lebens. Er hat eine besondere Schwäche für die Indie-Szene und experimentelle Spiele, die sich nicht den üblichen Genre-Konventionen unterwerfen.

Tipps

Thea: The Awakening Guide - Allgemeine Tipps und Infos zu den Klassen

In unserem Guide zu Thea: The Awakening geben wir allgemeine Tipps und erklären außerdem die verschiedenen Klassen des Spiels.

18.03.2016 um 16:48 Uhr

Tags: Rundenbasierte Strategie

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