Titanfall Review

Respawn Entertainment lässt die Mechs übers Schlachtfeld tanzen.

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Believe the Hype?

Um kaum einen Titel wurde in den letzten Jahren so einen Hype gemacht wie um Titanfall, dem Debüt-Titel von Respawn Entertainment. Es ist zwar der erste Titel des jungen Studios, das sich für Titanfall mit EA zusammengetan hat, aber die kreativen Köpfe dahinter sind keineswegs unbekannt. Vor der Gründung von Respawn Entertainment haben sie nämlich bei Infinity Ward an den enorm erfolgreichen Modern Warfare spielen gearbeitet, bis sie aus verschiedenen Gründen Activision und die Shooter-Fabrik verlassen haben.

Diesen Hintergrund merkt man Titanfall auch zu jederzeit an, denn es wirkt in vielen Punkten wie ein futuristisches Call of Duty.


Stahlkolosse und Jetpacks

Respawn steckt euch aber nicht in den Tarnanzug eines Scharfschützen und schickt euch auch nicht mit den US Marines auf die Jagd nach Terroristen, stattdessen verpasst man euch Jetpacks und stellt euch haushohe Stahlkolosse vor die Nase. Das Thema Bewegung spielt in Titanfall eine gewichtige Rolle, denn es ist nicht einfach nur schnell, sondern es eröffnet dem Spieler auch die Möglichkeit, in bester Mirrors Edge Manier durch die Gegend zu sprinten und zu klettern. Das gibt den Karten eine zusätzliche Dimension, die man in anderen Shootern häufig komplett ignoriert. Statt sich ausschließlich auf einer Ebene zu bekämpfen, geht es nun auch häufig vertikal zur Sache, denn mit euren wendigen Soldaten könnt ihr mühelos Vorsprünge erklimmen und Abgründe überwinden. Zum einen ist das natürlich immer wieder nötig, um strategisch wichtige Punkte einzunehmen, aber auch in den einzelnen Feuergefechten kann es ungemein hilfreich sein, wenn ihr euch die Levelarchitektur zunutze macht.

Das Einnehmen von Punkten und der Abschuss von gegnerischen Einheiten bringt aber nicht nur euer Team dem Sieg ein Stück näher, sondern es beschleunigt auch einen Countdown, an dessen Ende ihr einen monströsen Mech als Unterstützung bekommt. Der fällt euch quasi vor die Füße und ihr müsst nur noch einsteigen. Mit dem kolossalen Kampfanzug könnt ihr anschließend das Schlachtfeld auf mischen und den Feind zurückdrängen. Doch so übermächtig die Titanen auch sein mögen, auch sie sind nicht unzerstörbar und insbesondere im Gefecht gegen einen anderen Titan verwandelt sich eure Hightech-Waffe schneller in Altmetall als euch lieb ist. Es empfiehlt sich also, auch als Titan noch in der nähe eures Teams zu bleiben und gemeinsam vorzugehen.

Im Hintergrund werkelt eine modifizierte Version von Valve's Source Engine, die zwar schon etwas in die Jahre gekommen ist, aber für Respawns Zwecke offenbar genau richtig war. Die Schlachtfelder erreichen zwar nicht die Ausmaße eines Battlefield, aber sie sind schon deutlich umfangreicher als in klassischen Arena-Shootern, damit ihr mit den monströsen Titans auch Platz zum manövrieren habt. Vor allem bei der Inszenierung hat man sich richtig Mühe gegeben, denn gerade bei den Kämpfen mit den Titans fliegen euch die Effekte nur so um die Ohren. Leider müssen Besitzer der Xbox One Verfassung mit kleineren Schwächen wie einer niedrigeren Auflösung leben, aber dem Spielspaß tut das auch auf der Konsole keinen Abbruch.


Vernetzt

Obwohl die Schlachtfelder von Titanfall voller Soldaten sind, die vom Computer gesteuert werden, ist Titanfall ein reines Online-Game. Es gibt keine wirkliche Kampagne und selbst das Tutorial lässt sich nicht offline spielen. Respawn Entertainment versucht zwar, seinem Spiel hin und wieder auch das Flair einer großen Kampagne angedeihen zu lassen, doch am Ende des Tages ist es ein Online-Shooter und wenn ihr nicht gegen andere Spieler ins Gefecht ziehen wollt, dann sind die Titanen nichts für euch. Das ist vielleicht auch gut so, denn die KI-Soldaten sind zwar zahlreich vorhanden, aber selten eine wirkliche Herausforderung und dienen eben doch nur dazu, das gesamte Schlachtfeld etwas voller wirken zu lassen und euch permanent mit Action zu versorgen. Das führt aber auch dazu, dass man sich auch als weniger erfahrener Online-Spieler häufiger über kleine Erfolge freuen kann.


Ballern in allen Lagen

Obwohl Titanfall schon als simples Team-Deathmatch sehr gut funktioniert, könnt ihr euch natürlich auch noch in einer ganzen Reihe weiterer Modi austoben. Am interessantesten ist hier sicher der sogenannte Hardpoint-Modus, der im Grunde eine Variante des klassischen Conquest aus Battlefield (was wiederum auf King of the Hill aufbaut) ist. Es gibt auf der Karte also insgesamt drei wichtige Areale, die es einzunehmen und zu halten gilt, um Punkte zu sammeln, die euch schließlich den Sieg bringen, wenn ihr genug davon gesammelt habt. Hier ist Teamwork gefragt, denn die großen Titans machen es für die einfachen Bodentruppen schwer, im Alleingang Punkte zu nehmen und lange genug zu verteidigen.

Last Titan Standing ist sehr kurzweilig und lässt alle Spieler mit einem Titan starten, was zu einer brachialen Materialschlacht führt, bei der nur einer das Schlachtfeld lebend verlassen wird. Deutlich taktischer geht es hingegen in Pilot Hunter zu, wo ihr Schlüsselfiguren des anderen Teams ausschalten und gleichzeitig eure eigenen VIPs beschützen müsst. Zu guter Letzt gibt es natürlich auch noch einen Capture the Flag Modus.


Fazit

Im Vorfeld waren die Erwartungen an die ehemaligen Schöpfer von Blockbustern wie Modern Warfare natürlich sehr hoch, aber am Ende hat Respawn tatsächlich Wort gehalten und einen echten Mehrspieler-Hit abgeliefert. Es ist sicher keine Revolution im Genre, aber es setzt altbekannte Ideen hervorragend um und macht ganz einfach eine Menge Spaß. Wer Shooter mag und auch ohne Singleplayer-Modus gut leben kann, der sollte Titanfall unbedingt anspielen.

 

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Über den Autor
Roberto | Redakteur

Roberto begann seine Videospiel-Karriere mit dem SEGA Mega Drive und seit seinem ersten Kontakt mit Sonic und Co. sind Videospiele ein fester Bestandteil seines Lebens. Er hat eine besondere Schwäche für die Indie-Szene und experimentelle Spiele, die sich nicht den üblichen Genre-Konventionen unterwerfen.


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