Tribes Ascend

Tribes Ascend Review

Review

Rutschpartie

Die Tribes-Reihe gehört zu einer der ältesten MMO-Shootern, die noch dazu stets eine eigene Nische für sich eingenommen hat. Schon 1998 könnten Spieler in einem ersten Ableger gegeneinander antreten- Seitdem steht der Klassiker für schnelle Multiplayer-Gefechte und ein eher ungewöhnliches Spielkonzept: Duelle, die nicht selten mitten in der Luft ausgetragen werden.

Auf den ersten Blick ist Tribes Ascend aber zunächst ein ganz gewöhnlicher MMO-Shooter: Zwei Teams, verschiedene Klassen und jede Menge Waffen. Doch schon nach der ersten Minute im Spiel fallen die Unterschiede zur Konkurrenz auf: Eines der wohl herausragendsten Alleinstellungsmerkmale von Tribes Ascend ist die Art und Weise, in der sich Spieler fortbewegen. Traditionell ist man in Shootern (von einigen Ausnahmen abgesehen), stets per pedes unterwegs. Diese Möglichkeit gibt es auch in Tribes Ascend, doch wäre das auf Dauer kein besonders großer Spaß, sind doch die Karten sehr groß und weitläufig. Stattdessen können Spieler auf ein ganz besonders Konzept zurückgreifen, das die Entwickler schlicht "Skiiing" nennen. Wie der Namen bereits vermuten lässt, könnt ihr in Tribes Asend jede noch so kleine Bodenunebenheit nutzen, diese hinabzurutschen. Das geschieht durch das Drücken und Halten einer Taste, die diesen Modus aktiviert. Dadurch verliert euer Protagonist jegliche Bodenhaftung und rutsch über die Karte. Auf diese Weise könnt ihr mit etwas Geschick irrsinnige Geschwindigkeiten erreichen und schnell über die gesamte Karte gleiten. Das führt nicht nur dazu, dass Spieler die großen Areale schnell zurücklegen können, sondern macht auch jede Menge Spaß, ist man doch immer bestrebt die optimale Route zu finden und die Karten so gut kennenzulernen, dass man immer weiß, wo man für den nächsten Abschnitt Geschwindigkeit sammeln kann.


Hilfsantrieb

Da es jedoch etwas arg mühsam wäre, zunächst einen Hügel zu Fuß zu erklimmen, um Fahrt aufzunehmen, hat Tribes Ascend eine weitere Besonderheit: Jeder Spieler ist zusätzlich mit einem Jetpack ausgestattet, mit dem ihr euch in die Luft katapultieren könnt. Abhängig von der gewählten Klasse besitzt dieses Jetpack unterschiedlich viel „Treibstoff“, kann also mehr oder minder lang genutzt werden. Dieser regeneriert sich zwar langsam wieder, trotzdem gilt es stets Haus zu halten, damit man im entscheidenden Augenblick nicht auf dem Trockenen sitzt. Zudem spielt das Gewicht der Spielfigur ebenfalls eine wichtige Rolle: Je schwerer der Charakter, desto schwerfälliger ist er auch in der Luft. Das Gewicht bestimmt sich in Tribes Ascend unter anderem durch die gewählte Klasse bzw. deren Ausrüstung: Der flinke Pathfinder besitzt nur eine schwache Rüstung, flitzt dagegen blitzschnell über das Spielfeld. Der schwere Juggernaut dagegen ist mehr als behäbig, besitzt im Gegenzug aber auch eine gute Rüstung und viele Lebenspunkte.


Die Qual der (Klassen-)Wahl

Auch wenn in Tribes Ascend stets zwei Teams gegeneinander antreten, gibt es keine echten Fraktionen. Stattdessen bietet das Spiel für beide Seiten diverse Charakterklassen, die alle bestimmte Vor- und Nachteile mit sich bringen. Zu Beginn stehen aber nur drei der insgesamt neun Klassen zur Verfügung: der Pathfinder, der Soldier und der Juggernaut. Sentiel, Infiltrator, Technician, Raider, Doombringer und Brute müssen zunächst freigeschaltet werden. Dies geschiet entweder durch verdiente Erfahrungspunkte oder aber gegen Zahlung von Premiumwährung. Letztere kommt auch bei der Ausrüstung der einzelnen Klassen zum Tragen: jeder Charakter verfügt über eine primäre und eine sekundäre Waffe, einen Granatentyp und zusätzliche Perks. Besser Versionen oder andere Waffen lassen sich nach und nach freischalten oder direkt kaufen, wobei ihr selbst die Zusammensetzung der Ausrüstung bestimmen könnt und eure Charaktere so euren Vorlieben anpassen könnt. Und auch optisch sind Veränderungen durch einzelne Skins möglich.

Zu Beginn eines Matches entscheidet ihr euch für eine der neun Klassen, mit denen ihr das Schlachtfeld betreten wollt. Eine gute Mischung innerhalb des Teams ist dabei stets von Vorteil, bringt jede Klasse doch besonders nützliche Fähigkeiten mit. Bemerkt ihr im Laufe des Matches aber, dass ihr lieber eine andere Charakterklasse hättet wählen sollen, ist dies jederzeit möglich. Auf diese Weise könnt ihr auch während der laufenden Partien eure Taktiken ändern und an verschiedenen Stellen auf dem Schlachtfeld mitmischen, sei es nun in der Offensive oder eher in der Defensive.


Flaggenhatz vs. Deathmatch

Die Gefechte von Tribes Ascend sind vorrangig auf schnelle Capture the Flag Partien ausgelegt. Dabei erfindet das Spiel diesen Modus keinesfalls neu: zwei Teams stehen sich auf den Karten gegenüber und beherbergen in ihrer eigenen Basis eine Flagge, die das gegnerische Team zu stehlen versucht. Wer es schafft, die gegnerische Flagge in seine Basis zu bringen, bekommt einen Punkt; vorausgesetzt der eigene Wimpel ist noch an seinem angestammten Platz. Wer lieber gegnerische Spieler abschießen möchte, kann aber genauso gut Deathmatches und Team-Deatchmatches austragen.

Das Gameplay von Tribes Ascend führt zu einem hohen Spieltempo. Meistens gilt: Wer stehen bleibt, verliert! Denn durch Jetpack und Skiing sind die Charaktere nicht nur in der Lage, große Entfernungen schnell zurückzulegen, sondern sind vor allem schwerer zu treffen. Damit erfordert Tribes Ascend nicht nur einen schnellen Finger am Abzug, sondern vor allem auch ein gutes Zielvermögen. Für Anfänger mag das zu Beginn sicher einigermaßen frustrierend sein, schließlich erfordern Waffen wie die Disclauncher einiges an Geschick, um einen Gegner in der Luft abzufangen oder beim Skiing zu erwischen. Doch mit etwas Übung hat man den Bogen bald schon raus und schafft es selbst bei hohen Geschwindigkeiten seinen Gegnern tüchtig einzuheizen.

Wer sich nicht nur per Jetpack fortbewegen möchte, kann im Laufe der Gefechte an vorgegeben Punkten auch Fahrzeuge kaufen, mit denen ihr dann das Schlachtfeld unsicher machen könnt. Das billigste Gefährt ist dabei das Grav Cycle, eine Art Motorrad, mit dem ihr über die Karte heizen könnt. Wer dagegen etwas mehr Feuerkraft möchte, findet mit dem Beowulf einen Panzer, der mit einem großen Geschütz und einem Maschinengewehr ausgestattet ist. Und für Flugkünstler gibt es mit dem Shrike auch ein Flugzeug. Zwar sind diese Gefährte recht teuer und können in den richtigen Händen viel Schaden anrichten; trotzdem sind sie alles andere als unverwundbar. Gerade die Waffen der schweren Charakterklassen verursachen bei allen Gefährten große Schäden und mit dem Saber Launcher verfügt der Doombringer über einen Raktenwerfer, der eine zielsuchende Rakete verschießt. 


Talente richtig nutzen

Die schweren Charakterklassen wie Juggernaut oder Doombringer sind vor allem für die Verteidigung der eigenen Basis ausgelegt, verfügen sie doch über ein ansehnliches Waffenarsenal und bietet großes Schadenspotenzial. Aber nicht nur schwere Waffen können bei der Verteidigung helfen. Wer sich für den Technician entscheidet, kann beispielsweise selbständig feuernde Geschütze errichten, die Feinde automatisch ins Visier nehmen. Und auf vielen Karten gibt es stationäre Geschütze, die ebenfalls von selbst auf Gegner schießen, aber auch zerstört werden können. Hier können die Techniker ebenfalls Abhilfe schaffen, verfügen sie doch über Reparaturmöglichkeiten.

Apropos zerstörbar: Jede Basis verfügt über einen eigenen Generator, der die gesamte Anlage mit Energie versorgt. Mit ihm werden Abwehreinrichtungen wie die Geschütztürme betrieben. Und das macht sie für ein gutes Ziel für feindliche Angriffe, denn sobald der Generator zerstört ist, fallen auch die Verteidigungsanlagen aus. Hier schlägt die Stunde der Infiltratoren, die heimlich still und leise in die gegnerische Basis eindringen und den Reaktor ausschalten können.

Wer sich für eine der leichten Klassen wie den Pathfinder entscheidet, ist im direkten Kampf gegen die anderen Klassen aufgrund der geringen Panzerung und der Lebenspunkte meist unterlegen. Ihre Aufgabe ist es, die Flagge des gegnerischen Teams zu klauen oder feindliche Flaggenträger abzufangen. Dementsprechend ist eine gute Kenntnis der Karten unerlässlich, schließlich müssen sie nicht nur die optimale Angriffsroute, sondern vor allem auch den besten Fluchtweg kennen. Und trotz ihrer hohen Geschwindigkeit haben sie alleine wenig Chancen, denn wer die Flagge trägt, wird sofort zum Ziel aller gegnerischen Waffen. Nur wenn das eigene Team gute Unterstürzung leistet und die Gegner vom Flaggenträger fernhält, kann es dieser lebendig zurück in die eigene Basis schaffen.

Dank seiner unterschiedlichen Klassen bietet Traibes Ascend für jeden Spielertyp etwas. Wer bereit ist, einige Frustmomente wegzustecken bekommt ein spannendes und actionreiches MMO geboten, das noch dazu komplett kostenlos spielbar ist.



Über den Autor
Matthias | Editor/Redakteur

Matthias kennt sich aus in Sachen Browsergames. Sein fundiertes Fachwissen über jede Menge Action und spannende Abenteuer im Browser gibt er auf Corsual zum Besten!


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