Valhalla Hills

Das deutsche Studio Funatics dürfte vor allen Strategie-Fans noch ein Begriff sein, denn sie haben in den frühen 2000er Jahren recht erfolgreich die Cultures-Serie entwickelt. Nicht zuletzt durch den Untergang des Mutter-Konzerns Phenomedia blieb dem gelungenen Siedler-Konkurrenten aber letztendlich der ganz große Erfolg verwehrt. Doch aufgegeben haben sie nie und mit Valhalla Hills, das mit Hilfe des Hamburger Studios Daedalic Entertainment entstanden ist, versuchen sie nun erneut, die Strategie-Fans für sich zu gewinnen.

Von Cultures zu den Wikingern

Wie der Name schon andeutet, dreht sich in Valhalla Hills alles um die nordischen Völker und deren uralte Mythologie. Der göttliche Oberboss Odin ist wütend, weil sein Sohn Leko eine der göttlichen Prüfungen in den Sand gesetzt hat und darum schließt er kurzerhand die Tore nach Valhalla. Damit ist leider auch den wackeren Wikingern der Weg in den nordischen Himmel versperrt, doch Leko will seinen Fehler wieder ausbügeln. Als Gott der Baumeister führt er die Wikinger die Hügel Valhallas hinauf, wo sie Odin mit Kampfesmut und Tributen besänftigen wollen. So ganz ernst ist es also nicht gemeint und daher fällt die ganze Inszenierung eher etwas humoristisch als episch aus, was dem Spielspaß aber keinen Abbruch tut.

Was Valhalla Hills jedoch wirklich von anderen Wikinger-Spielen abhebt, ist der Fokus auf das Bauen. Sobald ihr für den nötigen Platz gesorgt habt, produziert ihr Werkzeuge sowie Waffen und verteilt unter euren nordischen Gefolgsleuten diverse Aufgaben. Anschließend schaut ihr entspannt zu, wie die fleißigen Leute umher wuseln und ihre Befehle ausführen. Natürlich könnt ihr noch Wege anlegen, um alles effizienter zu gestalten, aber den Großteil der Arbeit erledigen die KI-Kameraden ganz allein.

Aufgaben verteilen und das Volk bei Laune halten

Das setzt natürlich voraus, dass die künstliche Intelligenz auch funktioniert und das tut sie hier meist ziemlich gut. Allerdings nur dann, wenn ihr beim Verteilen der Aufgaben auch Köpfchen beweist und bei der Zuweisung die richtige Reihenfolge wählt und ihnen ausreichend Zeit gebt. Wenn alles klappt, arbeitet alle wie ein Uhrwerk zusammen und stampfen alles aus dem Boden, was ihr für richtig haltet. Das eigentliche Ziel bleibt dabei stets das gleiche, denn ihr braucht immer ein Portal, das euch in die nächste Welt bringt und das verlangt entweder nach genügend Opfergaben oder siegreiche Schlachten.

Damit dies nicht zu eintönig wird, findet ihr euch immer wieder in neuen, zufällig generierten Landschaften wieder, die mal mehr und mal weniger herausfordernd sind. Außerdem werden eure Möglichkeiten als Baumeister mit der Zeit immer umfangreicher, da ihr nach und nach an immer neue Baupläne gelangt. Zu Beginn braucht ihr kaum mehr als ein paar Holzfäller, Werkzeugmacher und eine einfache Nahrungsquelle wie Beeren, aber mit der Zeit werden eure Gemeinschaft und die Welt anspruchsvoller. Schon bald kommen neue Aufgaben hinzu und ihr müsst in Minen nach Ressourcen suchen, Fisch und Brot auf den Tisch bringen und eure hart arbeitenden Leute mit Bier bei Laune halten. Die immer fortschrittlicheren Gebäude benötigen natürlich auch immer bessere Materialien, die ihr irgendwann nicht mehr direkt verbauen, sondern erst verarbeiten und veredeln müsst. Das hat wiederum zur Folge, dass ihr noch mehr Arbeiter und Gebäude braucht und eure Gemeinde unaufhaltsam wächst.

Gemütliches Siedeln statt wilder Scharmützel

Dieser ewige Kreislauf aus neuen Bedürfnissen und dazugehörigen Gebäuden sowie Arbeitern ist es auch, was euch im Wesentlichen zum Weiterspielen motiviert. Doch so spaßig das auch sein mag, insbesondere erfahrene Strategen und Aufbau-Fans werden sich doch ein wenig darüber ärgern, dass es nicht noch mehr zu tun gibt. Mehr Möglichkeiten die Aktionen der Wikinger zu beeinflussen oder ihnen Befehle zu geben wäre vor allem bei den Auseinandersetzungen mit den Feinden schön gewesen, obgleich das Spiel darauf ohnehin nicht den Fokus legt.

Es ist eben eher ein unbeschwerter Aufbau-Happen als ein ernster Strategie-Brocken und das zeigt sich auch in der Optik. Helle und freundliche Farben dominieren den Comic-artigen Stil, bei dem die eigentlich so angsteinflößenden Wikinger oft ein wenig an klassische Fantasy-Zwerge erinnern und nicht an die unbezwingbaren Kämpfer des Nordens. Doch was zunächst wie ein Makel wirken mag, passt eben sehr gut zu dem kurzweiligen und humoristischen Ansatz des Spiels. Die Verwaltung eurer Wikinger-Gemeinde ist nicht übermäßig komplex, aber dennoch spaßig und wer mit dem fehlenden Tiefgang leben kann, der bekommt ein charmantes Aufbau-Spiel geboten.


Über den Autor
Roberto | Redakteur

Roberto begann seine Videospiel-Karriere mit dem SEGA Mega Drive und seit seinem ersten Kontakt mit Sonic und Co. sind Videospiele ein fester Bestandteil seines Lebens. Er hat eine besondere Schwäche für die Indie-Szene und experimentelle Spiele, die sich nicht den üblichen Genre-Konventionen unterwerfen.

Tipps

Valhalla Hills Guide: Tipps & Tricks für den Anfang

Unser Guide zu Valhalla Hills gibt Tipps zu den Gebäuden, dem Abbau von Ressourcen, dem Aufbau einer Armee, den Portalen uvm.

18.03.2016 um 16:48 Uhr

Tags: Aufbau-Strategie

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