Bestechung? Ubisoft verschenkt teure Tablets an Journalisten

Veröffentlicht am 16.04.2014 um 22:29 Uhr von Sascha Stieglitz

Bestechung. Korruption. So lautet die eine oder andere Schlagzeile auf vielen Spieleportalen, die sich mit Geschehnissen aus der wunderbaren Welt der Videospiele beschäftigen.

Korruption wo man auch hinschaut. Selbst in der Welt der Videospiele ist man nicht mehr davor gefeit! Und dabei war bei uns bis vor kurzem alles noch so unschuldig und hochgradig korrekt! Größen der Branche wie EA greift armen Entwicklern mit einer Finanzspritze auf die Sprünge, übernimmt ihre Markennamen und verschafft den Schöpfern die Gelegenheit zu beruflicher Neuorientierung, erfolgreiche Goldesel wie Call of Duty machen auf die Schrecken eines Krieges aufmerksam, Nintendo bringt keine Spiele auf den Mobile Markt. Alles perfekt. -Ähm... dieser Absatz hat sarkastisch angefangen und ernst gemeint aufgehört... äh... egal!

Auf jeden Fall versuchen diese Franzosen von Ubisoft, uns arme Spielejournalisten ein wenig zu unterstützen, und schon hagelt es Flamewars.

Steve Hogarty, der sich auf Twitter ganz bescheiden @misterbrilliant nennt, twitterte frei übersetzt: „Es ist wahr! Ubisoft verschenkt Nexus 7 an Journalisten während eines exklusiven Vorschauevents in Paris. Oh Ubisoft.“

"Oh Ubisoft?" - „Oh Mr. Brilliant“ wäre etwas angebrachter. Das war doch bloß der Datenträger, auf dem das Werbematerial ausgeliefert wurde! Ob das nun ein USB Stick oder ein Nexus 7 ist, wo ist der Unterschied? Ja sicher, für uns Normalsterbliche n paar hundert Euro, aber ich meine für Ubisoft in Bezug auf Watchdogs. Wisst ihr, wieviel Geld die in diesen Titel pumpen? Nein? Ich... äh... ehrlich gesagt gerade auch nicht so direkt, aber ich weiß dass es ne Menge ist. Und mit „Menge“ meine ich „eine verdammte Menge und zwar mehr als wir alle zusammen jemals verdienen werden“ – Menge. Ein RIESEN Haufen Asche, und auf so ein Hunderter für diese Tablets kommt es da nicht mehr an.

Seht ihr, ein solches Event wird unter den Gesichtspunkten eines perfekten Marketing Events geplant. Warum macht man ein solches Event? Um den Leuten eine Botschaft zu vermitteln. Diese Botschaft seitens Ubisoft soll sein: „In Watchdogs stecken wir alles rein, wir haben keine Kosten gescheut!“

Damit diese Botschaft ankommt sorgt man während des Events dafür, dass die Gäste sich wohl fühlen. Beides kombiniert ergibt also: Gebt den Säcken unser Material auf einem Nexus 7, das hat Klasse und diese armen Schlucker haben auch mal was, wo drüber sie sich freuen können.

Bestechung, pah, von wegen. Das Naturgesetz der Undankbarkeit diktiert: wenn das Spiel scheiße wird, dann wird niemand schreiben „Hey das ist super!“ nur weil er ein Jahr zuvor ein Nexus 7 gekriegt hat! Na ja, falls Ubisoft mit liest: ICH würde es, also falls ihr noch so’n Ding übrig habt... ach egal.

Die Moral von der Geschicht: gönnt den Leuten doch auch mal was und werdet nicht gleich neidisch, ihr Mr. Brilliants da draußen. So, und jetzt lasst mich alle in Ruhe, ich muss Flaschen sammeln gehen, bin ja schließlich bloß Spielejournalist.


Über den Autor
Sascha Stieglitz | Redakteur / Marketing

Stiegi hat vor vielen Jahren auf dem 386er angefangen, sich für Videopspiele zu interessieren und zockt heute auf PC genauso wie auf Konsole und Android, am liebsten wenn eine gute Story dabei erzählt wird. Als Corsuals Marketing Director ist er außerdem für den reibungslosen Ablauf von Kampagnen verantwortlich.


comments powered by Disqus